Pinneberg
Kreis Pinneberg

Polizei macht an 16 Orten Jagd auf Raser

Beim Blitzmarathon am 21. April kommt auch dieses Eso-Messgerät zum Einsatz. Auf dem Foto steht es in Westerhorn

Beim Blitzmarathon am 21. April kommt auch dieses Eso-Messgerät zum Einsatz. Auf dem Foto steht es in Westerhorn

Foto: Wiebke Swieter

Donnerstag geht die Polizei beim vierten bundesweiten Blitzmarathon gegen Raser vor. Fünf Messteams sind in der Region aktiv.

Kreis Pinneberg.  Achtung, es werden teure Fotos geschossen: Am Donnerstag, 21. April, findet bundesweit der vierte Blitzmarathon statt. Mit insgesamt 75 Messorten beteiligt sich Schleswig-Holstein – und zwölf davon befinden sich im Kreis Pinneberg. Wo genau am Donnerstag im Kreisgebiet geblitzt wird, ist dem Info-Kasten auf dieser Seite zu entnehmen.

2013, als dieses Instrument erstmals medienwirksam eingeführt wurde, gab es im Kreis Pinneberg sogar 22 Standorte. Ein Jahr später blitzte es mangels Personal nur an einer Stelle – und zwar mit dem regulären Messwagen, der sowieso im Einsatz gewesen wäre. Und im vorigen Jahr hatte Schleswig-Holstein unter anderem wegen des G7-Außenministertreffens in Lübeck ganz auf eine Beteiligung am Blitzmarathon verzichtet.

Anfang 2016 beschlossen die Innenminister der Bundesländer, auch in diesem Jahr wieder einen Blitzmarathon zu starten. Diesmal ist das nördlichste Bundesland wieder dabei – und auch im Kreis Pinneberg sind ausreichend Kapazitäten vorhanden, um gleichzeitig mehrere Messstellen zu besetzen. Landesweit sind 192 Polizisten zwischen 6 und 22 Uhr – also für maximal 16 Stunden – auf Raserjagd. Im Kreis Pinneberg sind 14 Polizisten für die Messungen abgestellt, hinzu kommt weiteres Anhaltepersonal an den verschiedenen Orten. Vermutlich werden also 20 Beamte im Einsatz sein.

Insgesamt fünf Teams sind beteiligt, sodass in der Regel fünf der zwölf Kontrollstellen gleichzeitig besetzt sein werden. Die Arbeitsgeräte der „Raser-Jäger“ sind der reguläre Eso-Messwagen, die Laserpistole TraffiPatrol, das Laserfernglas Laveg sowie ein Videowagen, der ausschließlich auf der A 23 im Pinneberger Bereich zum Einsatz kommt.

Die Messungen finden laut Torge Stelck, dem zuständigen Koordinator im Landespolizeiamt, an Unfallschwerpunkten sowie an sensiblen Orten wie Kindergärten, Schulen und Altenheimen statt. „Temposünder müssen damit rechnen, von der Polizei auch angehalten und über die Gefahren und Folgen ihres Fehlverhaltens aufgeklärt zu werden“, sagt Stelck. Laut Innenminister Stefan Studt, SPD, ist der Blitzmarathon eine von mehreren wichtigen Aktionen in der Verkehrssicherheitsarbeit der Polizei zur Vorbeugung gegen Geschwindigkeitsverstöße.

Die in den vergangenen Jahren durchgeführten Aktionen waren nach Ansicht des Ministers ein großer Erfolg für die Verkehrssicherheit. Nicht nur an den Kontrollstellen und während des Marathons sei vorsichtiger gefahren worden, der Effekt habe auch darüber hinaus gewirkt. „Der Blitzmarathon ist nicht zuletzt wegen seines großen öffentlichen Aufmerksamkeitswerts geeignet, das Bewusstsein der Autofahrer für die jeweils richtige Geschwindigkeit zu schärfen“, sagte Studt. Er sei kein PR-Gag und auch keine Abzocke.

Die Landespolizei Schleswig-Holstein verzeichnete 2015 insgesamt 12.689 Verkehrsunfälle, bei denen Personen zu Schaden kamen. Auf den Straßen des Landes verloren voriges Jahr 107 Menschen ihr Leben, 16.409 Personen wurden verletzt. Die Zahlen für den Kreis Pinneberg: 2015 waren acht tödliche Unfälle zu beklagen, 143 Personen wurden schwer und 1352 leicht verletzt. Insgesamt ereigneten sich voriges Jahr im Kreisgebiet 7371 Unfälle, etwa 20 am Tag. Das stellt den Höchstwert der vergangenen 20 Jahre da.

Bei den Verkehrsunfällen mit tödlichem Ausgang ist nichtangepasste Geschwindigkeit die Hauptunfallursache. Wie wichtig es ist, das Geschwindigkeitsniveau dauerhaft zu senken, zeigt folgendes Beispiel, das die Polizei jetzt veröffentlicht hat: Bei einer Geschwindigkeit von 65 Kilometern in der Stunde sterben acht von zehn Fußgängern, die von einem Auto angefahren werden. Bei 50 Kilometern pro Stunde überleben acht von zehn Fußgängern, die angefahren werden. Ein Unterschied von 15 Kilometern in der Stunde entscheidet also darüber, ob acht von zehn Fußgängern überleben oder sterben!