Pinneberg
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Cyberkrimineller soll zu Salafisten gehören

Die Polizei hatte den Internet-Betrüger am Mittwoch verhaftet

Die Polizei hatte den Internet-Betrüger am Mittwoch verhaftet

Foto: picture alliance / dpa

Gegen den Mann soll in Hamburg ein Ermittlungsverfahren laufen. Auch habe es eine Warnung an die Jüdische Gemeinde Pinneberg gegeben.

Pinneberg.  Ein 29-jähriger Pinneberger, der am Mittwoch wegen krimineller Machenschaften im Internet festgenommen wurde, soll Mitglied der islamistischen Szene sein. Das berichtet die NDR Welle Nord. Gegen den jungen Mann laufe in Hamburg ein Ermittlungsverfahren. Der Vorwurf laute auf Fortführung einer verbotenen salafistischen Organisation. Weder das Landeskriminalamt in der Hansestadt noch das BKA wollten sich am Freitag zu den Hintergründen äußern.

Recherchen des Abendblatts zufolge soll jedoch eine mit dem Fall zusammenhängende Warnmeldung an die Jüdische Gemeinde in Pinneberg herausgegeben worden sein. Die Rede ist zudem von Waffen, die bei einer Hausdurchsuchung gefunden worden seien. Gemeindevorsitzender Wolfgang Seibert, der im Jahr 2011 selbst ins Fadenkreuz eines inzwischen verurteilten Islamisten gekommen war, wollte die Warnmeldung am Freitag weder bestätigen noch dementieren.

Salafisten sind Verfechter eines rückständigen und ultrakonservativen Islam. Das Bundesinnenministerium bezeichnet sie als die „am schnellsten wachsende Form des Islamismus in Deutschland“. Rund 300 Personen mit solchem Potenzial hat das Innenministerium 2015 in Schleswig-Holstein registriert – 70 mehr als im Vorjahr. Pinneberg gilt als eine der Hochburgen. 2011 hatte der Verfassungsschutz in der Kreisstadt ermittelt. In einer Hinterhofmoschee hatten sich regelmäßig Salafisten getroffen.