Pinneberg
Cybercrime

Pinneberger wegen Handels mit Bankkonten in U-Haft

Genutzt werden die Konten in der Cybercrime-Szene. Er soll mindestens 85 Konten mit falschen Personalien verkauft haben.

Pinneberg.  Ein 29 Jahre alter Mann aus Pinneberg gilt als Kopf einer bundesweit agierenden Gruppierung von Cyber-Kriminellen. Das Bundeskriminalamt und die bei der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt/Main ansässige Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität ließen den 29-Jährigen am Mittwoch verhaften. Insgesamt neun Wohnungen und Geschäftsräume in Pinneberg und Hamburg wurden durchsucht, die Ermittler stellten dabei umfangreiches Beweismaterial sicher.

Der Pinneberger soll im vorigen Jahr bei unterschiedlichen Banken mindestens in 85 Fällen Konten mit falschen Personalien eingerichtet und die Konten später über Handelsplattformen der sogenannten Underground Economy im Internet verkauft haben. Dabei verdiente er an jedem Verkauf mindestens 1400 Euro.

Bei der Einrichtung der Konten konnte sich der Pinneberger offenbar der Unterstützung von zwei Mitarbeitern von Verifizierungsdiensten sicher sein. Diese sollen gegen Zahlungen in Höhe von 100 bis 200 Euro pro Konto die falschen Personalien der angeblichen Neukunden wahrheitswidrig bestätigt haben.

„Bankdrop“-Konten werden vor allem in der Cybercrime-Szene genutzt

Laut Bundeskriminalamt heißen die mit falschen Personalien eröffneten Bankkonten in der Szene „Bankdrops“. Sie gelten als entscheidende Schnittstelle, um Gewinne aus Straftaten zu erlangen. „Bankdrops“ werden von den Tätern inklusive Online-Banking-Zugangsdaten sowie den dazugehörigen EC- und Kreditkarten verkauft.

Der 29-jährige sowie seine Komplizen im Alter zwischen 21 und 28 Jahren sollen zudem über illegale Internet-Handelsplattformen Betäubungsmittel verkauft haben. Die Ermittler werfen ihnen vor, mit Amphetaminen und Cannabis einen schwunghaften Handel betrieben zu haben. Während der Durchsuchungen stellten die Fahnder Drogen, 2000 Euro, Kontoeröffnungsunterlagen, Blanko-Zahlungskarten (sogenannte White-Plastics), eine Blendgranate, eine Schreckschusswaffe, Manövermunition, Verpackungs- und Versandmaterial sowie Computer und Datenträger sicher.

Der 29-jährige Haupttäter wurde kurz nach seiner Festnahme einem Haftrichter am Amtsgericht Pinneberg vorgeführt. Dieser erließ gegen den Pinneberger einen Haftbefehl, er kam in Untersuchungshaft. Die Auswertung der sichergestellten Datenträger und die Untersuchung der Betäubungsmittel auf ihren Wirkungsgrad werden laut BKA einige Zeit in Anspruch nehmen.