Pinneberg
Kreis Pinneberg

Kreis zeichnet kleine Klimaschützer aus

Schüler und Lehrer der sechs ausgezeichneten Schulen sind zur Preisverleihung zusammengekommen. Für jede Einrichtung gibt es 250 Euro

Schüler und Lehrer der sechs ausgezeichneten Schulen sind zur Preisverleihung zusammengekommen. Für jede Einrichtung gibt es 250 Euro

Foto: Burkhard Fuchs

Wettbewerb kürt sechs Schulprojekte aus dem Kreis, die sich mit Energiesparen, Wärmeschutz, Garten, Natur und Bienen beschäftigten.

Kreis Pinneberg.  Damit der Klimaschutz nachhaltig wirkt, sollten bereits Kinder frühzeitig dafür sensibilisiert werden. Darum lobt der Umweltausschuss des Pinneberger Kreistages jedes Jahr 1500 Euro für Schulprojekte aus, die sich dem Umweltschutz verschrieben haben. Aus zwölf Bewerbungen, so viele wie noch nie, hat der Kreis Pinneberg jetzt sechs Schulen aus Pinneberg, Wedel, Uetersen und Moorrege ausgesucht und mit jeweils 250 Euro Preisgeld ausgezeichnet.

„Wenn sich Kinder und Jugendliche in der Schule mit Klimaschutz und Energiesparen befassen, fördert das ein stärkeres Bewusstsein im Umgang mit Energie und Ressourcen unserer Erde“, begründet Umweltausschussvorsitzender Helmuth Kruse, Grüne, diesen Klimaschutz-Wettbewerb. Zudem zeige es ihnen eine Handlungsgrundlage auf, die über die Schule hinaus in die Familien und das Lebensumfeld der Kinder und Jugendlichen hineinstrahle.

In der Johannes-Brahms-Schule in Pinneberg fängt dieses Umweltbewusstsein bereits in der ersten Klasse an. Dort haben Marten Mössner, Mia Sowa, Quentin von Mallinckrodt und Emilio Ulbrich einen Schulgarten mit gemütlicher Sitzecke angelegt, in dem sie jetzt Kräuter, Beeren, Gemüse und Blumen anpflanzen. „Wir haben jetzt ein Naschbeet, das uns immer leckere und gesunde Süßigkeiten beschert“, sagt Marten. „Wir Kinder wünschen uns eine gesunde Natur und dass die Erde noch lange heil erhalten bleibt.“

Die Johann-Comenius-Schule in Pinneberg hat sich intensiv mit der Aufzucht von Bienen beschäftigt, erläutert Biologielehrerin Marlin Rothe. „Wir werden jetzt 20.000 Bienen dauerhaft in unserer Schulimkerei angesiedelt.“ Denn ohne Bienen gebe es keine Pflanzenvielfalt und keine bestäubten Pflanzen. Und ihre Schützlinge aus den fünften bis achten Klassen hätten festgestellt, „dass Bienen gar keine Plagegeister sind“.

Die Schüler der Gemeinschaftsschule Am Himmelsbarg in Moorrege haben sich mit dem baulichen Zustand ihrer Schule befasst und mit der Frage, wie sie so saniert werden könnte, dass möglichst wenig Wärme und Energie entweichen, erklärt Cassy Schöttler aus der 7d. Sogar eine Exkursion zu einer vollständig sanierten Schule mit wärmegedämmter Fassade schauten sich die Schüler mit Lehrern und Vertretern der Gemeinde in Glinde an. „Eintüten oder umschieben“ nannten sie diese Initiative, die jetzt die Kommunalpolitik zum Handeln anregen soll. „Je weniger Kohlendioxid, Heizungswärme und Abgase ausgestoßen werden, desto mehr wird das Weltklima geschützt und desto weniger steigt der Meeresspiegel an“, betont Schöttler.

Die Umwelt-AG des Ludwig-Meyn-Gymnasiums in Uetersen hat sich unter der Leitung von Lehrerin Doris Schmidt zum Schüler-Eltern-Lehrer-Verein Meine Energie entwickelt, der jetzt andere Schulen in Sachen Solarstrom beraten möchte. Das Gymnasium hat eine 10-kW-Photovoltaikanlage auf dem Schuldach installiert, die einen Großteil des Stromverbrauchs abdeckt und durch die der Schulträger jedes Jahr etwa 2000 Euro spart. Das Geld stellt die Kommune der Schule für andere Projekte zur Verfügung. Eine Win-Win-Situation. Um den Schülern dies jetzt auch im Unterricht nahezubringen, sollen sie kleine, mit Solarstrom beleuchtete Häuser und angetriebene Modellautos aus Bausätzen anfertigen und sich zu bestimmten Energiesparzielen verpflichten.

Ebenfalls mit jeweils 250 Euro Preisgeld wurden der Schulgarten der Johannes-Brahms-Schule in Pinneberg sowie das Mülltrennungsprojekt der Ernst-Barlach-Schule in Wedel bedacht.