Pinneberg
Wedel

Harte Bilanz nach dem Wedeler Mensa-Chaos

Zwar können die Schüler mittlerweile in der neuen Mensa essen, doch bis dahin war es ein weiter Weg

Zwar können die Schüler mittlerweile in der neuen Mensa essen, doch bis dahin war es ein weiter Weg

Foto: Katy Krause

Bericht des Rechnungsprüfer legt Defizite in der Wedeler Verwaltung offen. Bauprojekt am Gymnasium lief aus dem Ruder.

Wedel.  In der Regel schlägt man in Wedel leisere Töne an. Doch in diesem Fall wurde es laut. Im Bauausschuss wurde gestritten, es wurden Attacken geritten und sich gegenseitig Vorwürfe gemacht. Anlass für den Streit: der Bericht von Rechnungsprüfer Wolfgang Meinert, der für die Stadt Wedel den Fall Erweiterung des Johann-Rist-Gymnasiums samt Mensa-Bau untersucht hatte.

„Dieses an sich gute Bauprojekt ist, was die Zeitschiene und die Kosten angeht, in die Schlagzeilen geraten. Das ist schade“, so Bürgermeister Niels Schmidt. Er wollte deshalb den Ursachen auf den Grund gehen und veranlasste die Prüfung. Das Ergebnis, das nun vorliegt und am Donnerstag Thema war, dürfte ihm nicht geschmeckt haben. Denn Rechnungsprüfer Meinert legt in seinem Bericht Defizite in der Verwaltung offen. Schonungslos und deutlich.

Mit dem Bau wurde in 2012 begonnen. Geplante Kosten: rund fünf Millionen Euro. Erhoffte Bauzeit: ein Jahr. Eröffnet wurde die Mensa nach drei verschobenen Terminen dann Anfang 2015. Die Endabrechnung beläuft sich laut Prüfungsamt auf sieben Millionen Euro. Das sind 40 Prozent mehr als ursprünglich geplant.

Meinert führt die Probleme auf eine schlechte Planung und fehlende Projektleitung zurück. Bis Ende 2013 sei alles im Rahmen gewesen, in 2014 lief das Projekt aus dem Ruder. Es sei nicht mehr richtig geführt worden. Es habe der Blick aufs Ganze gefehlt. „Die Firmen sind der Stadt und dem Architekten auf der Nase herumgetanzt“, so Meinert, der fehlende personelle Kapazitäten im Bauamt beziehungsweise eine fehlende professionelle Unterstützung durch externe Projektleiter für die Probleme als Ursachen ausmachte. Das einzig positive: Laut Meinert wurden keine Steuergelder verschwendet, die Kosten waren unumgänglich, nur aufgrund schlechter Planung zu Projektbeginn noch nicht bekannt.

Rathausschef Schmidt musste von der SPD für diese Verwaltungsleistung harte Kritik einstecken. Das sorgte bei der CDU für Ärger, die den Sozialdemokraten unsachlichen Wahlkampf vorwarf. Klar ist: Der Fall hat Konsequenzen. Laut Schmidt wird es organisatorische und personelle Veränderungen geben. Bis dahin sollen externe Helfer her.