Pinneberg
Wedel

In Wedels neuer Mensa kommt endlich Essen auf den Tisch

Foto: Katy Krause

Auf diesen Moment hatten Schüler, Eltern und Lehrer von Wedels größter Schule lange gewartet. Die neue Mensa des Johann-Rist-Gymnasiums öffnete nach Bauverzögerungen mit fast einem Jahr Verspätung.

WedelAuf diesen Moment hatten die Schüler, Eltern und Lehrer von Wedels größter Schule lange gewartet. Am Donnerstag startete die neue Mensa des Johann-Rist-Gymnasiums, an dem rund 1000 Kinder und Jugendliche unterrichtet werden, mit der Essensausgabe. Nachdem die potenziellen Mensabesucher aufgrund von Bauverzögerungen fast ein Jahr auf diesen Moment gewartet hatten, schmeckte die Premiere jetzt gleich doppelt so gut.

Der Andrang war enorm. Es bildeten sich lange Schlangen vor der Ausgabe. Wer fertig war, machte denen, die ausharrten, Mut. „Lecker“, sagte eine Lehrerin zu ihren Schülern, die noch warteten. Auf der Speisekarte von „Jonny’s Kitchen“, wie die neue Schulküche in Anlehnung an den Wedeler Namensgeber Johann Rist getauft wurde, standen zwei Gerichte zur Wahl. Es gab entweder Hackbraten mit Pasta und Tomatensauce oder für Freunde vegetarischer Kost die Bratlinge an mediterranen Gemüse.

Schüler, Eltern, Lehrer sowie die zur Eröffnung eingeladenen Politiker und Rathausmitarbeiter konnten die Speisen nicht nur testen, sondern sich von den Mitarbeitern des Betreibers Elbmenschen mit Wedeler Wurzeln auch das Bezahlsystem erklären lassen. Mittels einer Karte können die Mensabesucher ihre vorbestellten Gericht bargeldlos bezahlen. „Das soll vor allem Zeit sparen“, erklärt Franco Zachau vom Team Elbmenschen. Immerhin müssen Hunderte hungrige Schüler innerhalb von etwa 30 Minuten abgefrühstückt werden. Nur so können die Schüler ihr Essen in der einstündigen Mittagspause auch genießen.

Für den angenehmen Rahmen sorgt die großzügige neue „Allzweckwaffe“. Denn der jetzt fast fertige Anbau ist gleichzeitig Mensa, Aula und Theatersaal. Dabei lässt sich die Bühne mittels mobilen Wandelementen einfach von dem Rest des lichtdurchfluteten Raumes abspalten. In dem haben rund 200 Schüler Platz.

5,9 Millionen Euro lässt sich Wedel das kosten. Wobei die Abschlussrechnung noch aussteht. Aus steht auch die Aufarbeitung der möglichen Pannen beim Bauprojekt. „Die interne Prüfung läuft“, erklärt Wedels Bürgermeister Niels Schmidt am Donnerstag. Eine detaillierte Chronologie liege bereits vor. Ob die Fehler, die zu Bauverzögerungen führten, im Rathaus oder bei externen Firmen lagen und welche Konsequenzen gezogen werden, soll in den kommenden Monaten klar sein. Noch sind auch nicht alle Handwerker weg.

„Einige Kinderkrankheiten gibt es,“ sagt Daniel Frigoni, Chef der Agentur Elbmenschen. „Aber wir können fast reibungslos kochen.“ Dass es endlich losgeht und die Agentur auch die Mensaküche als Ausgangspunkt fürs Catering nutzen kann, ist ihm nach den vielen Verzögerungen am wichtigsten. Denn das Konzept von Frigoni für den Mensabetrieb fußt auf einer Mischkalkulation. Das minimiert das Risiko für den Unternehmer, wie seine Vorgänger an dem Projekt zu scheitern. Der vorherige Caterer, der die Wedeler Schüler mit Essen vorsorgte, gab auf, weil sich das Geschäft mit dem Schulessen allein nicht lohnte.

Der mit der Stadt geschlossene Betreibervertrag, den Frigoni bereits unterzeichnet hat, sieht zudem vor, dass die Agentur sowohl die Mensa als auch den inbegriffenen Veranstaltungssaal samt nun funktionierender hervorragender Akustik betreibt. In Abstimmung mit den Terminen der Schule möchte der Unternehmer den Saal für Tagungen und Kulturveranstaltungen nutzen – das Catering inbegriffen. Das genaue Konzept wird auch am Montag, 19. Januar, Thema sein. Dann stellt sich Frigoni den Fragen der Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses, in den er geladen wurde.

Während die Politiker sich am Montag näher mit dem Konzept befassen, ist eine bereits völlig davon überzeugt. „Das ist besser, als alles was wir bisher hatten“, schwärmt Anke Kjer vom Essen. Sie leitet derzeit die Schule für den erkrankten Claus Gilliard. „Man merkt, das ist kein typisches Schulessen, sondern die Betreiber verdienen ihr Geld eben mit was anderem.“ Der Erfolg am ersten Tag gab ihr und Frigoni Recht. Bei der Essenausgabe wurde der Rekord gebrochen, der bislang bei 68 Essen lag. 200 Schüler haben sich bereits für das Essenssystem, das auch per Handy-App Bestellungen möglich macht, registriert. Derzeit gibt es an zwei von vier Tagen warme Mahlzeiten, ein Gericht kostet 3,90 Euro. Läuft es weiter so gut, wird es ausgebaut.