Pinneberg
Kindernachrichten

Handwerks-Gesellen reisen quer durchs Land

Drei Wandergesellen sind mit Bündel und Stock unterwegs und auf der Suche nach einer Unterkunft und einer neuen Arbeitsgelegenheit als Zimmerleute

Drei Wandergesellen sind mit Bündel und Stock unterwegs und auf der Suche nach einer Unterkunft und einer neuen Arbeitsgelegenheit als Zimmerleute

Foto: MMertens@wmg.loc / picture alliance / dpa

Handwerksgesellen ziehen auf der Suche nach einer Arbeitsstelle und einer Unterkunft durch’s land. Doch für sie gelten strenge Regeln.

Schon mal von Handwerkern auf der Walz gehört? Sie ziehen durch die Städte, sind auch im Kreis Pinneberg immer wieder zu sehen. Und sie haben meistens gerade ihre Gesellenprüfung bestanden, gehen anschließend für eine längere Zeit auf Wanderschaft quer durch das ganze Land. Ein Grund dafür ist unter anderem der Wunsch, sich beruflich weiterzubilden. Auf Baustellen finden sie Arbeit, nutzen so die Möglichkeit, Neues zu lernen – und finden in den Herbergen ihrer verschiedenen Arbeitgeber einen Schlafplatz. Reisen darf der Geselle nur, wenn er keine Kinder oder Schulden hat. Während der Wanderschaft sollten Gesellen immer eine schwarze Hose mit breitem Schlag, eine Weste, ein Jackett und darunter ein kragenloses weißes Hemd tragen. Auch ein schwarzer Hut gehört zur Ausstattung. Dazu kommen ein Wanderstock und ein Reisebündel als Gepäck. Deswegen sind Handwerker auf der Walz für Außenstehende so gut zu erkennen.

Ob Dachdecker, Fliesenleger, Maurer, Schreiner, Tischler oder Zimmerer, Vertreter all dieser handwerklichen Berufe sind auf der meist dreijährigen Reise vertreten. Mit fünf Euro macht sich der Geselle in Begleitung eines erfahrenen Kollegen, der ihn während der ersten Zeit unterstützt, auf den Weg. Die verschiedenen Reiseziele hält er in seinem persönlichen Reisetagebuch fest. In der Zeit seiner Wanderschaft ist es dem Handwerker verboten, den Bereich von 50 Kilometern rund um seine Heimatstadt zu betreten.