Pinneberg
Wanderschaft

Rellingen lädt Zimmergesellen zum Rasten ein

Diese Wandergesellen  machten Rast in Rellingen

Diese Wandergesellen machten Rast in Rellingen

Foto: maugener@wmg.loc / HA

Zimmergesellen durchqueren den Kreis Pinneberg und rasten in Rellingen. Auch Bäcker, Tischler und Schneider auf der Walz dabei.

Rellingen. Sie sehen aus, als wären sie aus der Zeit gefallen: Eine Gruppe von 16 Wandergesellen, gekleidet in der traditionellen Kluft mit Schlaghose, Weste, Jacke sowie breitkrempigem Hut oder Zylinder, machte kürzlich in Rellingen Station.

Die jungen Handwerker verbringen gemäß des seit Jahrhunderten gepflegten Brauchs ihre ersten Gesellenjahre auf Wanderschaft, indem sie jeweils drei Monate in verschiedenen Betrieben ihrer Zunft arbeiten und Berufserfahrung sammeln. Zur Ausrüstung gehören der als Stenz bezeichnete, oft reich verzierte Wanderstab sowie der Charlottenburger, ein bedrucktes Tuch, in das die Wandergesellen ihr Hab und Gut einknoten.

Unterwegs sind keinesfalls nur Zimmerer, wie oft vermutet wird. Zu den jungen Männern und Frauen, die sich auf dem Arkadenhof zum Gruppenfoto versammelten, gehörten neben Zimmerleuten auch Bäcker, Tischler, Schneiderinnen und Seiler. Die meisten kennen sich untereinander von Baustellen und Arbeitsstätten in Mecklenburg-Vorpommern.

Zusammengefunden hatten sich die Wandergesellen, um auf der „Walz“ einen neuen Kollegen in Hamburg abzuholen. Samuel ist Landschaftsgärtner und wird zum Beginn seiner Wanderjahre vom Altgesellen Joshua betreut. Auf Rellingen sollte als nächstes Ziel der Tour Glückstadt folgen. Dort wollten sich die jungen Handwerker wieder trennen und sich auf die Suche nach neuen Arbeitsplätzen machen.

Gereist wird, wie es sich für Wandergesellen gehört, möglichst zu Fuß oder mit kostenlosen Verkehrsmitteln. Dabei stellen sich die Junghandwerker nicht gezielt auf, um per Anhalter mitgenommen zu werden, gehen allerdings gern auf entsprechende Angebote ein.