Pinneberg
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Ermittlungen gegen Bauamtschef dauern an

Pinnebergs Bauamtschef Klaus Stieghorst schweigt zu den Vorwürfen

Pinnebergs Bauamtschef Klaus Stieghorst schweigt zu den Vorwürfen

Foto: Katy Krause

Verdacht der Untreue im Zusammenhang mit Grundstücksverkauf steht weiter im Raum. Staatsanwalt wartet auf Ergebnisse eines Gutachters.

Pinneberg. Es ist Mitte April, als bekannt wird, dass die Staatsanwaltschaft Itzehoe gegen Pinnebergs Bauamtschef Klaus Stieghorst ermittelt. Es geht um ein Grundstücksgeschäft, das durchleuchtet werden soll. Der Vorwurf lautet auf Untreue oder sogar Korruption. Vier Monate später steht dieser Verdacht gegen einen der wichtigsten Verwaltungsbeamten der Stadt noch immer im Raum. Hoffnungen, das Verfahren werde zügig zu den Akten gelegt, haben sich zerschlagen. Laut Oberstaatsanwalt Uwe Dreeßen ist auch in den kommenden Wochen nicht mit Ergebnissen zu rechnen. Ein in Auftrag gegebenes Gutachten liege noch nicht vollständig vor, so Dreeßen auf Anfrage des Abendblatts.

Die Expertise wird sich der Frage widmen, ob sieben Hektar städtischen Lands auf dem Areal der ehemaligen Eggerstedt-Kaserne zu einem zu geringen Preis an einen Wohnbauinvestor verkauft wurden. Nach einem Ausschreibungsverfahren mit hohen Hürden für die Bieter war das Gelände im Februar 2014 an die Kieler Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) veräußert worden. Das Unternehmen baut derzeit 250 Wohneinheiten. Der Kaufpreis hatte bei 1,4 Millionen Euro gelegen. Zudem übernimmt die LEG die Erschließung des Wohngebiets. Zwei weitere Interessenten sollen während des Verfahrens aus dem Poker um die Flächen ausgestiegen sein.

Anlass der Ermittlungen war eine Strafanzeige des Bauunternehmers Hans Hubertus von Stosch gegen Stieghorst gewesen. Er hatte den Verkaufspreis als unangemessen bezeichnet. Erschließungskosten seien zu hoch veranschlagt worden. Von Stosch wartet gespannt auf Ergebnisse aus Itzehoe. Sein Anwalt habe bei der Staatsanwaltschaft Akten zur Einsicht angefordert, diese jedoch bis heute nicht erhalten.

Bauamtschef Stieghorst werde sich zu dem gegen ihn laufenden Verfahren weiterhin nicht äußern, so Rathaussprecher Marc Trampe. Man hoffe auf einen zügigen Abschluss der Ermittlungen.