Pinneberg
Vatertag

Wenn Spiderman den Bollerwagen mitbringt

Hunderte Feierwütige treffen sich zur Herrentagssause am Strand von Kollmar und bei der Flunkyball-Weltmeisterschaft im Elmshorner Krückaupark.

Elmshorn/Kollmar. Trotz wolkenbehangenem Himmel und wenig grillfreundlichen Temperaturen ließen es sich die Herren am Donnerstag nicht nehmen, sich selbst zu feiern. Am Strand von Kollmar (Kreis Steinburg) beispielsweise, zwölf Kilometer von Elmshorn entfernt, kamen Väter, Beinahe-Väter oder Irgendwann-vielleicht-mal-Väter mit und ohne Bollerwagen zusammen, um Bier und Schnaps zu trinken und ein paar Steaks und Würstchen auf den Grill zu hauen – so wie die drei Elmshorner Paul, 28, Jameyn, 23, und Brian, 20. „Wir waren auch schon in den vergangenen zwei Jahren hier, um gemeinsam den Tag zu genießen“, sagt Jameyn, dessen dreijährige Tochter daheim bei der Mama geblieben war. Später stießen noch weitere Freunde zu der reinen Männerrunde dazu.

Andere hatten sich kostümiert und verbargen ihre wahre Identität unter einer Maske. So verriet Spiderman nur soviel: Er friere in seinem Kostüm und habe sich Augen- und Mund-Schlitze in den hautengen Ganzkörperanzug schneiden müssen, um überhaupt sehen und atmen zu können.

Auch Polizisten und die Elmshorner Ortsgruppe der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) waren vor Ort und sorgten dafür, dass es friedlich blieb. Denn in den vergangenen Jahren war es an Himmelfahrt am Hafen von Kollmar immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen Betrunkener gekommen.

Auch die Zahl alkoholbedingter Verkehrsunfälle verdreifacht sich an Christi Himmelfahrt im Vergleich zu einem normalen Tag. Damit ist der Herrentag neben dem Neujahrstag der Tag des Jahres, an dem die meisten Unfälle unter Alkoholeinfluss passieren. Laut Polizeileitstelle Elmshorn verlief in diesem Jahr der Herrentag in und um Elmshorn und Kollmar allerdings weitgehend friedlich, so jedenfalls der Stand am späten Nachmittag. Die Polizeibeamten hatten bis dahin lediglich bei kleineren Rangeleien eingreifen müssen.

Friedlich ging es auch im Krückaupark in Elmshorn zu, wo sich rund 400 Freunde des Biersports zur Flunkyball-WM 2015 trafen. Fast 40 Teams kamen zu dem Turnier der etwas anderen Art zusammen, bei dem Gruppen mit klangvollen Namen wie „Die Zeugen Jevers“, „Shakesbier“ und „Hackedicht ist Pflicht“ gegeneinander antraten. Beim Flunkyball gehe darum, eine leere Flasche auf der Mittellinie eines Spielfelds mit einem Tennisball umzuwerfen, erklärte Latzko vom Team „Viel Sauf Viel Schön“ die Spielregeln. Er und seine Mitspieler haben eine Flasche Bier vor sich stehen. Als die Flasche in der Mitte getroffen ist und umkippt, setzen die Teammitglieder an und trinken. Ein Spieler der gegnerischen Mannschaft läuft zur Mitte, stellt die Flasche wieder auf und hält den Ball in die Luft – das Zeichen für Latzkos Team, mit dem Trinken aufzuhören. „Gewonnen hat das Team, das zuerst seine Flaschen geleert hat“, sagt er.

Die Sieger erhalten einen Wanderpokal. Der inoffizielle Event, zu dem via Facebook eingeladen wurde, fand bereits zum achten Mal statt. Am Ende räumen wir den Park auch wieder auf“, versprach Latzkos Teamkollege Julian. Und wer noch was Gutes tun wollte, spendete die leeren Pfandflaschen für das Wasserprojekt „Viva con Agua“.