Norderstedt
Fussball

Henstedt-Ulzburgs Sturmduo wird bei Wahl übergangen

Alina Witt (schwarz, vorne) und Vera Homp (hinten) sind die offensiven Aktivposten von Zweitligist SV Henstedt-Ulzburg. Trotz ihrer Bedeutung für den SVHU reichte es bei der Wahl zur Spielerin des Jahres 2015 nur zu Platz zwei und drei

Alina Witt (schwarz, vorne) und Vera Homp (hinten) sind die offensiven Aktivposten von Zweitligist SV Henstedt-Ulzburg. Trotz ihrer Bedeutung für den SVHU reichte es bei der Wahl zur Spielerin des Jahres 2015 nur zu Platz zwei und drei

Foto: Ulrich Stückler

Die Ehrung zur Fußballerin des Jahres bringt Alina Witt und Vera Homp die Plätze zwei und drei. Ostermontag tritt der SVHU zu Hause an.

Henstedt-Ulzburg.  Das ärgerliche 0:3 (0:3) beim FSV Gütersloh hatten die Zweitliga-Fußballfrauen des SV Henstedt-Ulzburg relativ schnell abgehakt und waren zur Tagesordnung übergegangen. Zwar hatte SVHU-Trainer Tobias Homp auch zu dieser zehnten Saisonniederlage einiges anzumerken, insbesondere einen erneut verschlafenen Start, der die Partie nach 23 Minuten bereits praktisch entschieden hatte. Doch es gab tags darauf Aufregenderes, dem sich die Frauen vom Rhen zuwenden wollten.

Im Büdelsdorfer Druckzentrum des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags stand die Ehrung für die Schiedsrichter, Trainer, Fußballer und Fußballerinnen des Jahres 2015 an. Und in der Gewissheit, dass sich mit Vera Homp und Alina Witt, die jeweils Drittplatzierten von 2013 und 2014, nun das Sturmduo des SVHU gemeinsam unter die Top-Drei vorgearbeitet hatte, war die Hoffnung auf den ganz großen Wurf verständlicherweise groß.

Doch statt Jubel gab es enttäuschte und ratlose Gesichter beim Anhang; gute Miene zum bösen Spiel dagegen bei den Protagonistinnen. Unter so manch Stirnrunzeln aus dem Kreis der gewiss nicht nur dem SVHU zugetanen Fußballszene wurden von Sabine Mammitzsch, der Vorsitzenden des SHFV-Frauen- und Mädchenausschusses, die Namen von Homp und Witt bereits bei Verkündung der Plätze drei und zwei verlesen. Den Titel „Fußballerin des Jahres 2015“ heimste mit Jana Leugers erneut eine Akteurin des Tabellenletzten aus der Landeshauptstadt Kiel ein.

„Ich freue mich aber dennoch sehr, auch in diesem Jahr wieder zur Wahl gestanden zu haben“, sagte die Zweitplatzierte Alina Witt sportlich fair. Nicht wenige waren der Ansicht, dass allein die 20-Jährige aufgrund ihrer 40 Regionalligatore 2014/2015 und nun auch schon wieder zwölf Zweitligatreffer sowie zahlreicher Assists den Titel verdient gehabt hätte. „Ich bin doch schon happy, dass ich dieses Jahr einen Platz weiter nach oben gekommen bin. Das Ergebnis muss ich jetzt so hinnehmen. Hauptsache, wir stehen sportlich gesehen weiter vor den Kielern.“

Damit dies in den verbleibenden sechs Partien so bleibt, muss die Mannschaft von SVHU-Coach Tobias Homp theoretisch noch sechs Punkte einfahren, für den ganz sicheren Klassenerhalt sollten es jedoch besser noch ein paar Zähler mehr sein.

Ob diese allerdings bereits beim nächsten Antritt am Ostermontag eingefahren werden, ist zumindest fraglich. Gegner ist dann um 14 Uhr am heimischen Schäferkampsweg der BV Cloppenburg. Der Tabellenzweite, gegen den es im Hinspiel eine klare 1:4-Niederlage gab, kommt mit der Empfehlung, fünf seiner zwölf Erfolge auf fremden Plätzen eingefahren zu haben. Somit ist die gesamte SVHU-Crew gefordert, dieses Mal von der ersten Sekunde an hellwach zu sein, will sie Zählbares aus dem Spiel mitnehmen.

Tore: 1:0 Sarah Grünheid (6.), 2:0 Katrin Posdorfer (14.), 3:0 Marie Pollmann (23./Handelfmeter).
SV Henstedt-Ulzburg: Weech – Michel (80. Hege), Hegeler, Einfeldt, Schmitt – Morich (66. Lux), Danner (58. Engel), Stöckmann, Hille – Homp, Witt.
Tabelle: 1. MSV Duisburg (48 Punkte/57:10 Tore), 2. BV Cloppenburg (37/39:17), 3. Herforder SV (28/42:30), 4. FSV Gütersloh 2009 (28/32:22), ..., 8. VfL Wolfsburg II (20/19:21), 9. SV Henstedt-Ulzburg (16/31:44), 10. FFV Leipzig (9/14:56), 11. BW Hohen Neuendorf (8/12:39), 12. Holstein Kiel (4/11:48).