Radverkehr

Tod eines Radfahrers: Hat ein Treckerfahrer ihn abgedrängt?

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Ein Holzkreuz markiert die Stelle, an der ein 55-Jähriger am Sonntag, 11. September, auf der Wilstedter Straße zwischen Wilstedt und Wakendorf II  nach einem Unfall verstarb.

Ein Holzkreuz markiert die Stelle, an der ein 55-Jähriger am Sonntag, 11. September, auf der Wilstedter Straße zwischen Wilstedt und Wakendorf II nach einem Unfall verstarb.

Foto: Annabell Behrmann

55-Jähriger stirbt im Straßengraben bei Wakendorf II. Zeugenaussagen lassen vermuten, dass ein Trecker Schuld sein könnte.

Wakendorf II.  Ein schlichtes Holzkreuz, ein paar Rosen und einige Grabkerzen stehen am Rand der Wilstedter Straße zwischen Wilstedt und Wakendorf II. Stilles Gedenken an einen 55-jährigen Mann, der an dieser Stelle am Sonntag, 11. September, mit seinem Rad tödlich verunglückt war.

Wie genau es zum Tod ihres Angehörigen kam, darüber hat die Familie des Verstorbenen auch mehr als eine Woche nach dem Unfall keine Gewissheit. Und noch immer ist nicht klar, welche Rolle ein grüner Trecker mit einem blauen Anhänger bei dem Unglück spielte.

Radverkehr: Tod eines Radfahrers – Hat ein Treckerfahrer ihn abgedrängt?

Rückblende: Der 55-Jährige war am Sonntag nach Polizeiangaben gemeinsam mit einem Freund auf der Kreisstraße 79 in Richtung Wakendorf II unterwegs. Gegen um 10.38 Uhr, so der Polizeibericht, tauchte das Treckergespann auf der engen Straße auf.

Der Trecker setzte zum Überholen an und zog am Radfahrer vorbei. Aus bislang unbekannter Ursache kam der 55-Jährige in dieser Situation von der Straße ab, stürzte über den Lenker und in den Straßengraben. Hier verstarb der Mann. Auch eine versuchte Reanimation scheiterte. Die Todesermittlungen seien noch nicht abgeschlossen, sagt Polizeisprecher Lars Brockmann

Freund des Verunglückten fuhr mit seinem Rad vorweg

Der mutmaßlich für den Sturz zumindest teilverantwortliche Trecker setzte seine Fahrt unbeirrt fort. Die Polizei ermittelt und prüft Hinweise auf den Trecker. „Wir haben noch keine Ergebnisse, die wir veröffentlichen könnten“, sagt Brockmann.

Dass der Trecker zumindest unangepasst auf der Straße unterwegs war, dass wurde jetzt von Aussagen des zweiten Radfahrers erhärtet. Der Freund des Verunglückten fuhr mit seinem Rad vorweg. Auch er wurde von dem Treckergespann überholt. Laut Aussagen des Mann trotz Gegenverkehr. Er habe auf die Bankette der Straße ausweichen müssen. Dabei gelang es ihm aber, sein Rad unter Kontrolle zu halten und nicht zu stürzen.

Auto im Gegenverkehr musste wegen des Treckers scharf bremsen

Weil er sich wunderte, wo denn sein Freund hinter ihm bliebe, drehte der Mann nun um – und fand den Verunglückten im Straßengraben.

„Es ist auf dieser Straße im Gegenverkehr für eine so große Zugmaschine kaum möglich, den gebotenen Sicherheitsabstand zu einem Radfahrer zu wahren“, sagt Brockmann. „Und laut Aussagen des zweiten Radfahrers musste der Gegenverkehr bei dem Überholmanöver auch in die Eisen steigen.“

Radverkehr: Straße zu eng, um Radfahrer bei Gegenverkehr zu überholen

Um den Treckerfahrer zu ermitteln, wären die Aussagen und Beobachtungen genau dieser Person aus dem Auto im Gegenverkehr nun sehr wichtig. Ganz zu schweigen davon, dass sich der Treckerfahrer von sich aus melden sollte. Möglich könnte es ja auch sein, dass er gar nicht mitbekommen hat, welche Folgen seine Überholmanöver hatten.

Die Polizei in Henstedt-Ulzburg leitet die Ermittlungen. Unter 04193/991 30 bitten die Beamten um Hinweise.

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