Norderstedt

Etwas für den Klimaschutztun – und kassieren

| Lesedauer: 3 Minuten
Andreas Burgmayer
40 Prozent der CO2-Emissionen in Deutschland kommen aus dem Gebäudebestand.

40 Prozent der CO2-Emissionen in Deutschland kommen aus dem Gebäudebestand.

Foto: Dario Sabljak / Shutterstock / Dario Sabljak

Die Stadt Norderstedt und das Land Schleswig-Holstein unterstützen die Bürger finanziell bei klimafreundlichen, energetischen Haussanierungen.

Norderstedt.  Wer das Klima schützen will, sollte zunächst vor, beziehungsweise hinter der eigenen Haustür damit beginnen. Das größte Klimaschutzpotenzial in Norderstedt liegt im Gebäudebestand. 40 Prozent der CO 2-Emissionen in Deutschland kommen aus dem Gebäudebestand. Deshalb ist hier das Einsparpotenzial auch außerordentlich groß.

Die Stadt Norderstedt macht jetzt erneut auf ihr Programm „Wärmeschutz im Gebäudebestand“ aufmerksam, mit dem sie ihre Bürger seit 2009 unterstützt. Denn durch optimale Dämmung und rationelle Energieversorgung mit erneuer­baren Energien von Häusern können im Einzelfall bis zu 80 Prozent des Energieverbrauchs wirtschaftlich eingespart werden.

Wärmedämmung an Außenwänden, Dächern und Kellern sowie der Einbau neuer Fenster senkt die Energiekosten erheblich und wird bei älteren Häusern mit bis zu vier Wohneinheiten von der Stadt finanziell belohnt. Dabei gibt es für den Einsatz besonders umweltfreundlicher Dämmstoffe noch mehr Geld.

In einem Energiekonzept für den Gebäudesektor hat die Stadtverwaltung für alle wesentlichen Gebäudetypen in Norderstedt ermittelt, welche CO2-Minderungen durch eine optimale Wärmedämmung, den Einsatz erneuerbarer Energien und moderne Haustechnik erreicht werden können und wie wirtschaftlich die Maßnahmen sind. Bezogen auf ganz Norderstedt lassen sich danach bis 2030 etwa 48 Prozent der CO2-Emissionen aus dem Gebäudebestand vermeiden (bezogen auf die Emissionen 2009). Aber nur, wenn alle wirtschaftlich lohnenden Möglichkeiten ausgeschöpft und notwendige Sanierungen nicht aufgeschoben werden.

Voraussetzung zum Erhalt der attraktiven Zuschüsse ist ein Energiegutachten nach dem Standard des Bundesamtes für Wirtschaft (BAFA), welches das BAFA mit 80 Prozent bezuschusst. Diese Vor-Ort-Beratung liefert eine umfassende Übersicht über die technischen Möglichkeiten für die Sanierung der Immobilie, deren Kosten und die Wirtschaftlichkeit der einzelnen Maßnahmen. Sie dient zugleich der Qualitätssicherung. Das Gutachten informiert auch über die staatlichen Fördermöglichkeiten durch die KfW (www.kfw.de), die vorrangig in Anspruch zu nehmen sind. Werden jedoch besonders umwelt- und gesundheitsverträgliche Dämmstoffe eingesetzt, sind beide Förderungen kombinierbar.

Seit Januar 2020 besteht außer den höheren Zuschüssen der KfW und einer Förderung durch die Stadt Norderstedt, alternativ die Möglichkeit, die Sanierungsmaßnahmen steuerlich geltend zu machen (Paragraf 35c des Einkommenssteuergesetzes). Dies kann gerade bei umfassenden Sanierungen finanziell noch attraktiver sein.

Doch für den aktiven Klimaschutz gibt es im persönlichen Umfeld weitere lohnende Bereiche. Möglicherweise steht für die Immobilie in naher Zukunft die Sanierung der Heizungsanlage an. Sie sollte immer im Zusammenklang mit Verbesserungen an der Gebäudehülle betrachtet werden.

Durch die neue Klimaschutz-Förderung des Landes Schleswig-Holstein können jetzt auch noch mehr Menschen in den Genuss von finanziellen Anreizen kommen (www.schleswig-holstein.de/klimaschutz): Investitionen für einen klimaschonenden Lebensstil und in die Nutzung erneuerbarer Energiequellen unterstützt das Land nunmehr unbürokratisch und schnell. Mit insgesamt 3,6 Millionen Euro werden der Kauf von Lastenfahrrädern, die Errichtung eines Ladepunktes zur Ladung von Elektrofahrzeugen (Wallbox), Stromspeicher, Photovoltaik-Balkonanlagen, Solarthermieanlagen, die Installation einer Heizungsanlage, die mit erneuerbaren Energien betrieben wird, der Anschluss an ein Fernwärmenetz, die Errichtung eines Gründaches und Regenwasserzisternen gefördert. Die Förderung richtet sich an Privatpersonen, die ihren Erstwohnsitz in Schleswig-Holstein haben. Pro Person ist nur ein Antrag für dieselbe Maßnahme möglich, aber jede Person kann alle neun Förderkategorien nutzen. Pro Maßnahme gibt es in den meisten Kategorien einen Zuschuss von 500 Euro beziehungsweise 50 Prozent der förderfähigen Kosten. Die Nachfrage ist groß, schnelles Handeln sichert den Erfolg.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Norderstedt