Kaltenkirchen

1400 Unterschriften für den Motorsport-Trainingsplatz

Bei der Testfahrt im Juli übertönte die A 7 den Lärm.

Bei der Testfahrt im Juli übertönte die A 7 den Lärm.

Foto: Thorsten Ahlf

Der Kaltenkirchener Verein bezeichnet das Projekt als existenziell. Die Bürger sollen nun erneut angehört werden.

Kaltenkirchen.  Der Kaltenkirchener Motorsportclub (MSC) hat viele Unterstützer für seine Forderung nach einem eigenen Trainingsgelände gefunden. 1403 Menschen haben eine Unterschriftenliste unterzeichnet. Die MSC-Vorsitzende Monika Henning übergab die Liste Bürgermeister Hanno Krause, der selbst mehrfach Sympathie für das Gelände westlich der Autobahn 7 geäußert hatte. Dem Verein stünden Trainingsmöglichkeiten zu wie anderen Vereinen der Stadt auch.

Ob sich die Politiker von den zwischen September und Dezember 2019 gesammelten Unterschriften beeindrucken lassen, ist noch offen. Krause sagte zu, die rechtliche Relevanz der Unterschriften zu prüfen. Das Projekt steckt mitten im Bauleitplanverfahren und ist noch keineswegs beschlossene Sache. Kritiker halten eine Motorsportanlage nicht mehr für zeitgemäß und mit Umweltstandards für unvereinbar. Andere fürchten eine zu hohe Lärmbelästigung, obwohl die Autobahn zwischen dem geplanten Trainingsgelände liegt.

„Wir haben keinen Plan B“

Das Argument der Lärmbelästigung lässt Monika Henning jedoch nicht mehr gelten. „Wir haben geliefert“, sagt sie und verweist auf die Hörprobe im Juli 2019. Damals waren Cross-Maschinen auf dem geplanten Gelände im Ortsteil Moorkaten unterwegs. Lärmgutachter und viele Kaltenkirchener versuchten auf der anderen Seite der A 7, den Krach der Motorräder wahrzunehmen, doch es kam nichts an. Die Fahrzeuge auf der Autobahn übertönten die Motoren. „Jetzt kommt das Argument Naturschutz“, sagt Monika Henning.

Ihr Vater hat den Verein 1952 gegründet, der derzeit 135 Mitglieder, aber keine eigenen Trainingsmöglichkeiten hat. Die Vorsitzende bezeichnet das Gelände als existenziell für den Verein. „Wir haben keinen Plan B“, sagt Monika Henning. Auch Krause ist skeptisch, ob es sich bei dem geplanten Gelände um eine ökologisch wertvolle Fläche handelt.

„Es gibt höherwertige Naturräume“, sagt er und fügt hinzu, die Emotionen vieler Bürger seien verständlich. Als Bürgermeister lege er jedoch Wert auf eine sachliche Abwägung der Argumente. Im Rathaus liegen bereits Hunderte Einwendungen gegen das Projekt vor.

Sitzung des Bau- und Umweltausschusses am 16. März

Der weitere Fahrplan sieht so aus: Der Bau- und Umweltausschuss wird am 16. März über den Bebauungsplan beraten. Nach Angaben der Stadtverwaltung will sie „bei den nächsten gesetzlich vorgeschriebenen Planungsschritten die Öffentlichkeit im größtmöglichen Maß“ einbinden. Wenn der Ausschuss eine Empfehlung über das weitere Vorgehen ausspricht, wird die Stadtvertretung darüber am 24. März diskutieren.

Danach geht es weiter. Im Verfahren zum Bebauungsplan sollen die vorliegenden Fachgutachten zu Lärm, Natur- und Artenschutz noch einmal intensiv ausgewertet werden. „Im nächsten Schritt wird für den Bebauungsplan ein Vorentwurf erarbeitet“, teilte die Stadtverwaltung mit. „Für diesen wird für einen Zeitraum von einem Monat eine frühzeitige Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung durchgeführt.“ Dabei können Bürger Stellungnahmen zum Trainingsplatz abgeben.

„Alle Bürgerinnen und Bürger sind dazu eingeladen, an der nächsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses am 16. März teilzunehmen, wenn es um den Aufstellungsbeschluss für den entsprechenden Bebauungsplan geht“, sagt Hanno Krause. „Hier werden das Projekt und die Rahmenbedingungen erneut für alle im Detail dargestellt.“