Norderstedt
Landgericht Kiel

Kein Sex mit dem Ex in der Stretch-Limousine

Das Kieler Landgericht musste ein Machtwort im Rosenkrieg eines zerstrittenen Pärchens aus der Disco-Szene sprechen (Symbolbild).

Das Kieler Landgericht musste ein Machtwort im Rosenkrieg eines zerstrittenen Pärchens aus der Disco-Szene sprechen (Symbolbild).

Foto: Ralph Peters / imago

Frau aus dem Kreis Segeberg darf nicht mehr behaupten, sie habe mit ihrem Ex-Freund Sex im Luxus-Auto seines Arbeitgebers gehabt.

Kiel/Segeberg.  Eine Frau aus dem Kreis Segeberg darf nicht mehr behaupten, sie habe Sex in einer Stretch-Limousine gehabt, die dem Arbeitgeber ihres als VIP-Chauffeur angestellten Ex-Freundes gehört. Mit diesem Urteil musste das Kieler Landgericht offenbar ein Machtwort im Rosenkrieg eines zerstrittenen Pärchens aus der Disco-Szene sprechen.

Trieben Rachegelüste aus enttäuschter Liebe die Frau aus dem Raum Hen­stedt-Ulzburg zu Äußerungen, die ihren Ex den Job kosten könnten? Laut Urteil schrieb sie in einer E-Mail dem Chef ihres Verflossenen, sein als Fahrer und Security-Mann beschäftigter Angestellter nutze eine Luxus-Limousine aus dem Fuhrpark des Unternehmens heimlich als fahrbares Liebesnest für Schäferstündchen.

Der private Gebrauch des Dienstfahrzeugs ist streng untersagt und wäre ein Verstoß gegen den Arbeitsvertrag. Der Fahrer aus Kaltenkirchen sah deshalb seinen Job bei dem Hamburger Event-Anbieter für Promis aus dem Musik- und Showbusiness gefährdet und beantragte eine einstweilige Verfügung gegen die Äußerung.

Die Angeklagte erschien nicht zum Termin

Zum Prozesstermin im Kieler Landgericht erschien der Kläger mit seinem Anwalt. Die Beklagte, die ebenfalls geladen war, fehlte dagegen unentschuldigt. Nach Ablauf der 15-minütigen Wartefrist und kurzer Erörterung der Rechtslage sprach Zivilrichter Ulf Müller ein sogenanntes Versäumnisurteil.

Laut Richterspruch wird der Beklagten unter Androhung von bis zu 250.000 Euro Ordnungsgeld untersagt, die erhobenen Vorwürfe zu wiederholen. Dazu gehört auch die ebenfalls verbreitete Behauptung, ihr Ex-Freund stelle intime Fotos von ihr ins Netz, die sie ihm persönlich anvertraut habe (Aktenzeichen 12 O 48/20).

Wie ein Sprecher des Landgerichts am Mittwoch auf Nachfrage mitteilte, muss die Beklagte laut Urteil jetzt neben den Anwaltsgebühren für sich und ihren Exfreund auch noch 723 Euro Gerichtskosten bezahlen. Diese bemessen sich am Streitwert, den der Richter in diesem Fall auf 10.000 Euro festsetzte, „weil es für den Kläger um etwas geht“, so die Begründung.

Die Anwaltsgebühren liegen gewöhnlich noch einmal knapp doppelt so hoch – für jede einzelne Partei. Das Urteil ist anfechtbar, die Beklagte kann innerhalb von zwei Wochen nach der Zustellung Einspruch einlegen.