Henstedt-Ulzburg

Alle vier Bewerber demonstrieren am Freitag gegen die AfD

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Die Bewerber um das Bürgermeisteramt auf dem Podium im Bürgerhaus (von links): Sascha Klupp, Ulrike Schmidt, Valentin Deck und Holger Diehr.

Die Bewerber um das Bürgermeisteramt auf dem Podium im Bürgerhaus (von links): Sascha Klupp, Ulrike Schmidt, Valentin Deck und Holger Diehr.

Foto: Frank Knittermeier / Frank Knitermeier

Mehr als 500 Henstedt-Ulzburger kamen zur letzten Bürgermeisterkandidaten-Runde vor der Wahl.

Henstedt-Ulzburg . Wer sich in einigen Monaten auf den Chefsessel im ersten Stock des Henstedt-Ulzburger Rathauses setzen darf, ist natürlich noch nicht entschieden. Die mehr als 500 Besucher, die zur dritten und letzten Kandidaten-Präsentation in das Bürgerhaus gekommen waren, konnten sich einen Eindruck über die unterschiedlichen Ansichten der Bewerber verschaffen – und bei dieser Gelegenheit auch eine Übereinstimmung feststellen: Die Dame und die drei Herren werden sich am heutigen Freitag an der Demonstration gegen das AfD-Treffen vor dem Henstedt-Ulzburger Bürgerhaus beteiligen.

„Werden Sie sich am AfD-Protest beteiligen?“, lautete die Eingangsfrage, die Moderator Michael Zwicker den Bürgermeister-Kandidaten auf dem Podium stellte. Bereits zuvor hatte Bürgervorsteher Henry Danielski (CDU) die Besucher im Saal des Bürgerhauses aufgerufen, sich am friedlichen Protest zu beteiligen. Kein Bewerber wird sich ausschließen, alle zeigten sich beeindruckt vom Engagement der Bürger.

Alle loben das bürgerschaftliche Engagement der Henstedt-Ulzburger

Am deutlichsten formulierte es der freie Bewerber Valentin Deck: „Es ist doch supergeil, dass diese Veranstaltung so viele Henstedt-Ulzburger zusammengebracht hat. Das brauchen wir: Menschen, die sich dagegenstellen.“ Auch die von der SPD nominierte Ulrike Schmidt hält die Demo für die „richtige Antwort“ und zeigte sich erfreut über das bürgerschaftliche Engagement in der Gemeinde. Holger Diehr, Kandidat von CDU, FDP und BfB, formulierte es ähnlich und wies auf das „tolle Engagement“ in dieser Breite hin. Der unabhängige Sascha Klupp empfahl, die AfD-Politiker auf der politischen Bühne zu entlarven.

Eine Patentlösung, wie dieser Wahlkampfabschluss der Hamburger AfD hätte verhindert werden können, hatte keiner der vier Bürgermeisterkandidaten. Einen zarten Hinweis wagte Ulrike Schmidt: „Vielleicht hätte man eine kreative Lösung suchen sollen.“ Was sie damit meinte: Die Gemeinde hätte möglicherweise drauf hinweisen können, dass einer der vielen anderen Vereine im Ort genau zu diesem Zeitpunkt und genau an diesem Ort eine Veranstaltung durchführen wolle, das Bürgerhaus also belegt sei. Eine Satzungsänderung befürwortete keiner.

Viele Bürger verließen die Versammlung frühzeitig

Ansonsten brachte die dritte Kandidaten-Präsentation wenig Neues. Gelähmt wurde sie vor allem durch teilweise umständliche, unverständliche und überflüssige Detailfragen, durch Bürgermonologe – aufkommende Langeweile veranlasste viele Bürger zum vorzeitigen Verlassen der Veranstaltung. Wer bis 22 Uhr ausharrte, konnte sich zumindest ein Bild von den vier Kandidaten und ihren unterschiedlichen Einstellungen über die Führung einer Verwaltung machen: Unkonventionell die beiden freien Bewerber Sascha Klupp und Valentin Deck, der durch originelle Kurzkommentare auffiel, Holger Diehrs verwaltungsgeprägter Pragmatismus und Ulrike Schmidts weltläufige Ansichten – keine leichte Entscheidung für die Bürger der Gemeinde. Am Sonntag, 1. März, wird darüber abgestimmt, wer künftig die Gemeindeverwaltung leiten soll.

( kn )

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