Agenda 2020

Das planen Tangstedt und das Amt Itzstedt

Was Tangstedt und das Amt Itzstedt für das neue Jahr 2020 planen.

Was Tangstedt und das Amt Itzstedt für das neue Jahr 2020 planen.

Foto: Isabella Sauer / HA -Ausriss

In der Gemeinde stehen neue Bau- und Gewerbegebiete auf der Agenda. Engere Zusammenarbeit mit Norderstedt geplant.

Tangstedt. Die Tangstedter Politik wird sich 2020 mit der Planung mehrerer Baugebiete beschäftigen: Lindenallee, Funkturm, Kuhteich und Rathaus-Nebengelände. Durch den Verkauf von Flächen könnte der Haushalt endlich ausgeglichen werden. Großprojekte im Amtsgebiet betreffen unter anderem eine neue Polizeiwache und die Erweiterung der Verwaltung.


Finanzsorgen


„Wir haben schon sehr gespart bei den Ausgaben. Mein Ziel: Ich möchte gern eine schwarze Null haben“, sagt Tangstedts Bürgermeister Jürgen Lamp (CDU). Es ist bereits ein kleiner Erfolg, dass der Fehlbetrag unter 1 Million Euro liegt. Hoffnung für die Zukunft liegt auf neuen Gewerbegebieten, Sorgen bereitet die Finanzierung der Kinderbetreuung, weil das Land durch das Kita-Gesetz die Eltern merklich entlasten wird.


Straßenreparaturen


300.000 Euro stehen für Straßensanierungen im Gemeindegebiet zur Verfügung. Die Ausbaubeiträge hat Tangstedt bisher nicht abgeschafft – Grund ist die schlechte Finanzlage. Dafür gilt nun ein auf 20 Jahre angelegtes Verrentungsmodell.


„Kuhteich“-Projekt


Das Bauleitverfahren für die „Kuhteich“-Wiese ist mittlerweile neu aufgelegt worden. Das Ziel bleibt das alte: eine gemischte Entwicklung mit Einzel-, Doppel- und Reihenhäusern, dazu altersgerechtes Wohnen. Die Fläche wurde zudem dem Stormarner Bündnis für bezahlbares Wohnen gemeldet, um weiteres Interesse zu generieren.


Wohnen neben der Schule


Die 7,1 Hektar große Fläche „Lindenallee“, gelegen zwischen Hauptstraße und Schule, wird von der Landgesellschaft vermarktet. „Ich denke, wir bekommen in diesem Jahr konkrete Pläne“, so Bürgermeister Lamp. Dann soll ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Hier geht es ebenso um Wohnungsbau, dazu vielleicht Kleingewerbe, und es soll eine neue Straße zu den Kitas und zur Grundschule gebaut werden.


Gewerbe an der B 432


Im Zuge einer Zwangsvollstreckung hat die Gemeinde ein 22 Hektar großes Areal an der Bundesstraße 432 gekauft. Zum Teil sollen hier Gewerbeflächen entstehen, die Planung ist aber noch in einem Frühstadium.


Bauen am Funkturm


Wohnungsbau soll ebenfalls perspektivisch südlich des Funkturms realisiert werden, hier sucht die Gemeinde einen Investor für eine Fläche (vier Hektar).

Wettbewerb zur Dorfmitte


Nach langer Debatte hat sich die Politik darauf geeinigt, dass für das Rathausnebengelände ein Realisierungswettbewerb ausgelobt wird. Architektenbüros sollen teilnehmen, es geht um Konzepte für Wohnen, Geschäfte, eine Belebung der Dorfmitte und eventuell den Erhalt der historischen Mühle.


Mit Norderstedt kooperieren


Die Gespräche mit Nachbar Norderstedt über eine interkommunale Zusammenarbeit, etwa für eine Erweiterung des Gewerbegebiets Oststraße in Richtung der Schleswig-Holstein-Straße, werden fortgesetzt. Ein weiterer Punkt hierbei ist die Zukunft des „Costa Kiesa“-Areals, wo weiterhin Investoren gesucht werden. So ist fest vorgesehen, mittelfristig nahe des Badesees einen Campingplatz zu etablieren, was wohl auch für Norderstedter Bürger reizvoll wäre.


Ortsumgehung


Ende 2018 bereits hatte die Tangstedter Politik einen Grundsatzbeschluss gefasst, wonach der Bürgermeister mit Norderstedt und dem Land über die Möglichkeit einer Umgehungsstraße sprechen soll – diese könnte südlich von Wilstedt-Siedlung in Richtung B 432 führen. Ein Gutachten soll im Laufe des Jahres vorliegen.


Neue Feuerwache


Im Ortsteil Tangstedt soll ein neues Feuerwehrgerätehaus gebaut werden. Die Detailplanung übernimmt eine Arbeitsgruppe mit Politik, Verwaltung, einem Architekten und natürlich der Wehrführung. Bisher sind Planungskosten in Höhe von 380.000 Euro veranschlagt.


Neuer Bauhof


Weil die Kapazitäten nicht mehr ausreichen und es auch Bedenken hinsichtlich der Arbeitssicherheit gibt, ist ein Neu- beziehungsweise Umbau des Bauhofes geplant. Der würde voraussichtlich 632.000 Euro kosten.


Wulksfelder Schleuse


In Betrieb ist die Wulksfelder Schleuse nicht mehr. Hamburg und Schleswig-Holstein würden die Zuständigkeit gern auf die Gemeinde übertragen. Zuvor muss aber die Fahrbahn saniert werden (550.000 Euro), rund 495.000 Euro werden über Zuschüsse gedeckt sein.


Bildung


Auf Sicht wird eine Erweiterung der neuen betreuten Grundschule nötig sein. Diese ist für 110 Schüler konzipiert, die Prognosen gehen von 150 Kindern aus. Für kurzfristige Sanierungsarbeiten im Altbau der Grundschule sind 120.000 Euro vorgesehen.


AMT ITZSTEDT


Verwaltungsgebäude


Weil die Verwaltung wächst, müssen neue Räume her. Das Verwaltungsgebäude in Itzstedt soll erweitert werden, wobei noch keine Entscheidung gefallen ist, ob der Altbau aufgestockt wird oder ob es einen Anbau gibt. Bisher steht im Haushalt 1 Million Euro zur Verfügung.

Wasserwerk


In den 30 bis 40 Jahre alten Leitungen treten vermehrt Rohrbrüche auf. Für die Sanierung der Ortsnetze sind 450.000 Euro vorgesehen. 100.000 Euro kostet eine Photovoltaikanlage für die Stromversorgung der Pumpen, ein neuer Brunnen in Nahe 150.000 Euro.


ITZSTEDT


Sanierungen und Kita


Für 700.000 Euro werden die Straßen Wennern und Schmedbarg saniert. Die Finanzierung läuft auch über Anliegerbeiträge, in der Gemeinde diskutiert die Politik über ein Modell wiederkehrender Beiträge. Der Anbau des Kindergartens wird weitere 780.000 Euro kosten, wobei das Land hiervon 600.000 Euro übernimmt.


KAYHUDE


Kantenmulcher und Spritze


Die Gemeinde hält sich mit Ausgaben zurück. Der Bauhof bekommt einen Kantenmulcher (10.000 Euro), die Feuerwehr ein Notstromaggregat und eine Tragkraftspritze (20.000 Euro).


NAHE


Neubau der Polizei


Die Polizeistation zieht von Itzstedt nach Nahe, wo für 1,5 Millionen Euro ein Neubau entsteht, der mehr Beamten Platz bietet. Bauherr ist die Gemeinde, die einen Teil des Gebäudes an das Land vermieten wird.


Baugebiet


Die Fläche des Baugebiets „Rodelberg II“ wird erweitert (200.000 Euro).


Brandschutz


Die freiwillige Feuerwehr bekommt einen Anbau (810.000 Euro) und kauft eine Drehleiter (50.000 Euro).


Kinderbetreuung


Die Sanierung der Kita im Hüttkahlen kostet samt neuer Außenanlagen 800.000 Euro, für die Kita Birkenhof sind 50.000 Euro vorhanden.


Straßen


Die Regenwasserleitungen in einem Bereich der B 432 werden instand gesetzt, dazu die Gehwege saniert (160.000 Euro), 220.000 Euro sind für die neue Straßenbeleuchtung eingeplant.


ÖPNV


280.000 Euro werden in barrierefreie Bushaltestellen an der B 432 investiert.


Bauhof


Sanierungs- und Umbaumaßnahmen am Bauhof kosten 350.000 Euro.

OERING

Die Entwicklung der Dorfmitte kommt voran. In die Sporthalle werden 400.000 Euro, in das Mehrgenerationenhaus 2,64 Millionen Euro und in die Kita 1 Million Euro investiert. Das Land zahlt einen Großteil der L-80-Sanierung (1,97 Mio. Euro).


SETH


Seth investiert in den Kita-Umbau (200.000 Euro) und in die Planung des Klärwerk-Neubaus (50.000 Euro).


SÜLFELD

Die neue Ausstattung des Mehrzweckraums in der Sporthalle kostet 140.000 Euro.

Verwaltungschef Andreas Bigott wurde abgesetzt:

Einen solchen Eklat hatte es im Kreis Segeberg noch nicht gegeben: Nachdem Konflikte zwischen dem leitenden Itzstedter Verwaltungsbeamten Andreas Bigott und großen Teil der Politik, insbesondere der Bürgermeister, zunächst hinter den Kulissen geschwelt hatten, eskalierte der Streit im Oktober. Der Amtsausschuss berief Bigott, der erst seit April 2018 im Amt tätig war, mit großer Mehrheit ab. Ihm wurde verboten, seine Amtsgeschäfte auszuüben, sogar das Büroschloss wurde ausgetauscht.

Kaum ein Politiker äußerte sich öffentlich, hinter vorgehaltener Hand wurde von einem massiv gestörten Vertrauensverhältnis gesprochen, Bigott soll zudem verantwortlich für personelle Abgänge gewesen sein. Fachbereichsleiter unterschrieben eine Erklärung, stellten sich gegen ihren Vorgesetzten. Grundsätzlich ging es um Macht: Andreas Bigott plädierte für mehr Kompetenzen, sah zu große Verantwortung bei den ehrenamtlichen Politikern und Amtsvorsteher Bernhard Dwenger. Weil Bigott, der öffentlich von einem „konspirativen Vorgehen“ der Politik sprach, formal gleichwertig weiterbeschäftigt werden musste, wurde eine neue Stelle des Klimamanagers geschaffen. Allerdings meldete sich der geschasste Spitzenbeamte krank. Im Frühjahr dürfte er letztlich in Pension gehen. Unter den Bürgermeistern ist der derzeitige kommissarische leitende Beamte Torge Sommerkorn Favorit für die Bigott-Nachfolge