Initiative

Mehr umweltverträgliches Gewerbe in Tangstedt

Raymund Haesler, Gemeindearchivar Tangstedt und Vorsitzender Aktive Senioren.

Raymund Haesler, Gemeindearchivar Tangstedt und Vorsitzender Aktive Senioren.

Foto: HA

Andreas Plettenberg (Vorsitzender Initiative für Natur und Umwelt) und Raymund Haesler (Archivar) nennen ihre Erwartungen für 2020.

Die Initiative für Natur und Umwelt in der Gemeinde Tangstedt (Inkaw) setzt sich seit 2004 dafür ein, dass in Tangstedt weiterer Kiesabbau verhindert wird und Natur und Umwelt geschützt werden. „2018 haben wir maßgeblich dazu beigetragen, dass ein von großen Teilen der Politik gewünschtes Transportbetonwerk nicht nach Tangstedt gekommen ist“, sagt der Vorsitzende Andreas Plettenberg.

„Nur wenige Wochen ist es her, dass sich der Planungsausschuss für den Ausbau eines Asphaltwerkes ausgesprochen hatte, das für die Bürger in hohem Maße belastend gewesen wäre. Erst nach Einholung eines Gutachtens durch die Inkaw und dessen Zusendung an alle Fraktionen hat sich die Gemeindepolitik dagegen entschieden.“ Ihn ärgert, dass Teile der Politik immer wieder Projekte unterstützten, die für das Gemeindebild „offenkundig schädlich“ seien und bei denen es absehbar sei, dass die Bürger diese nicht wollten. Er wünscht sich, dass „jene Gebiete in Tangstedt, die Kiesabbauer immer wieder als zukünftige Kiesabbaugebiete im Fokus haben, durch Überplanung der Politik langfristig geschützt werden“. Dazu sollte die Politik auf die Ansiedlung von umweltverträglichem Gewerbe achten, das zur „Gemeinde im Grünen“ passe und die Bürgerinteressen mehr berücksichtigen als in der Vergangenheit.

Raymund Haesler ist Gemeindearchivar und Vorsitzender der Aktiven Senioren. „Wir brauchen barrierearme Wohnungen für Senioren und bezahlbaren Wohnraum für junge Menschen. Viele ältere Leute wohnen alleine in für sie zu großen Wohnungen und würden sich gerne verkleinern. Junge Menschen sollten in der Gemeinde bleiben und nicht abwandern müssen“, so Haesler. Sozialer Wohnungsbau sei seit Jahren überfällig. Und: „Der Zustand der Straßen ist nicht mehr hinnehmbar. Diese müssen endlich in diesem Jahr saniert werden. Dann wünsche ich mir mehr Rad-, Reit- und Wanderwege.“ Damit weniger Autos benutzt werden, müsse der ÖPNV deutlich attraktiver werden, etwa die Anbindung nach Hamburg und Norderstedt. „Die Linie 378 muss in Spitzenzeiten und abends häufiger fahren. Das erhöht auch die Mobilität unserer älteren Mitbürger, um wichtige Kontakte aufrechtzuerhalten.“