Norderstedt

108.000 Euro für die Suche nach Wohnungen

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Eine Frau bezieht Betten in einer Obdachlosenunterkunft (Symbolbild).

Eine Frau bezieht Betten in einer Obdachlosenunterkunft (Symbolbild).

Foto: Maurizio Gambarini / dpa

Der Kreis Segeberg unterstützt die Stadt Norderstedt in der Notlagenberatung von Obdachlosen und bei der Wohnraumakquise.

Norderstedt.  Der Kreis Segeberg wird Norderstedt von diesem Jahr an darin unterstützen, Menschen, die keine Wohnung finden, zu einem Dach über dem Kopf zu verhelfen. Der Kreistag hat einstimmig zugestimmt, dass der Kreis bis Ende 2025 jährlich 108.000 Euro für die Wohnungsnotlagenberatung und Wohnraumakquise an Norderstedt überweisen wird.

Stadt sucht Wohnraum für Obdachlose

Bisher hat Norderstedt freiwillig und allein die Aufgabe übernommen, Menschen ohne regelmäßige Einkünfte und ohne geregeltes Leben zu einer Wohnung zu verhelfen. Geringverdienern, Arbeitslosen, Geflüchteten und Obdachlosen bleibt oft nur noch die Endstation Notunterkunft. In den städtischen Unterkünften ist die Zahl der obdachlosen Bewohner seit Jahren nahezu gleich, sie liegt bei etwa 1200. Es gelingt kaum, die Bewohner in externen Wohnungen unterzubringen.

Seit 2017 vermittelt Katrin Fasel Obdachlose im Auftrag der Stadt an Vermieter. Fasel hat ein Netzwerk zu allen Vermietern der Stadt aufgebaut, sie durchleuchtet täglich alle gängigen Immobilienportale im Internet und kennt jedes Neubauprojekt mit gefördertem Wohnraum in der Stadt. In wenigen Monaten hat sie 58 Menschen in 24 Wohnungen in der Stadt vermittelt. Menschen, die das alleine nie geschafft hätten.

Obdachlose beziehen eigene Wohnungen

Die Aufgabe, die Norderstedt bisher in Eigenregie erledigt, obliegt eigentlich dem Kreis. Im Schreiben an die Kreisverwaltung weist Sirko Neuenfeldt, Leiter des Norderstedter Sozialamtes, auf die Bedeutung von Beratung und Akquise hin: 2018 sei die Verwaltung über 39 fristlose Kündigungen, 31 Räumungsklagen und 41 Räumungstermine informiert worden.

Es zeichne sich ab, dass allein in den Bereichen Wohnraumsicherung, Wohnungsnotlagen und Wohnraumsuche jährlich 100 Beratungen nötig seien, und das ohne die Wohnungsakquise für die Bewohner der Notunterkünfte. Im Gegenzug sei es durch gezielte Unterstützung und die Arbeit von Katrin Fasel gelungen, 32 neue Mietverhältnisse zu begründen und 98 Obdachlose und Flüchtlinge aus dem Unterkünften in externen Wohnungen unterzubringen.

( ms )

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