Norderstedt
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Stadt baut ein neues Heim für Obdachlose

Die veralteten Mehrbett-Unterkünfte für Obdachlose am Langenharmer Weg in Harksheide.

Die veralteten Mehrbett-Unterkünfte für Obdachlose am Langenharmer Weg in Harksheide.

Foto: Andreas Burgmayer

Auf dem Gelände am Langenharmer Weg in Norderstedt sollen 30 neue Einzelzimmer für Menschen ohne Wohnung entstehen.

Norderstedt.  Wer in Norderstedt kein Dach über dem Kopf hat, der findet am Langenharmer Weg eine Notunterkunft. Doch wenn der Obdachlose Pech hat, dann landet er nicht im 2015 erbauten Neubau mit seinen zeitgemäßen Einzelzimmern. Sondern muss mit einem Bett in einem Mehrbettzimmer im veralteten Nebengebäude der Unterkunft Vorlieb nehmen.

Die gute Nachricht ist: Die Stadt Norderstedt hat das Problem erkannt und will Abhilfe schaffen. „Wir wollen das alte Gebäude endlich abreißen und weg von der Unterbringung in Mehrbettzimmern“, sagt Anette Reinders, zuständige Sozialdezernentin im Norderstedter Rathaus.

Im Sozialausschuss präsentierte Reinders nun die Pläne für einen weiteren Neubau auf dem Gelände am Langenharmer Weg, das im Auftrag der Stadt durch Sozialarbeiter des Diakonischen Werk Hamburg-West/Südholstein betreut wird. „Wir wollen etwa 30 neue Einzelzimmer bauen“, sagt Reinders. Das Gebäude soll ein Zwilling des bestehenden Neubaus werden. Die Baukosten lagen damals bei etwa einer Million Euro. Die 35 Wohnungen bieten jedem Bewohner je 15 Quadratmeter Wohnfläche, dazu ein eigenes Duschbad und eine kleine Pantry, um Mahlzeiten zu kochen. Im Gegensatz zu den Altgebäuden gibt es also keine Gemeinschaftsduschen- und -waschräume mehr. Und hier müssen sich mehrere Bewohner auch nicht zum Kochen einen Herd teilen. Für Obdachlose, also Menschen in Ausnahmesituationen, ist ein Mindestmaß an Privatsphäre wichtig, um wieder auf die Beine kommen zu können.

„Wir haben die Pläne präsentiert, werden aber mittelfristig noch eine Beschlussvorlage für den Ausschuss erstellen. Dafür werden wir noch die genauen Kosten des Neubaus ermitteln. Bauen wollen wir das Haus im kommenden Jahr“, sagt Anette Reinders.

Ende 2018 lebten 56 Menschen in der Unterkunft, 35 davon im Neubau. Die meisten leben dort seit zwei bis drei Jahren, acht Menschen zehn Jahre und länger. 20 Prozent der Bewohner sind Frauen.