Norderstedt
Stadtjubiläum

In Norderstedt wird ein Jahr lang gefeiert

Mit Requisiten wie diesem Ghettoblaster verdeutlichte Oberbürgermeisterin Roeder die Veränderungen im Leben der Norderstedter in den vergangenen 50 Jahren.

Mit Requisiten wie diesem Ghettoblaster verdeutlichte Oberbürgermeisterin Roeder die Veränderungen im Leben der Norderstedter in den vergangenen 50 Jahren.

Foto: Wolfgang Klietz

800 Gäste kamen zum Empfang in die „TriBühne“. Kreispräsident Dieck bezeichnete Gründung Norderstedts vor 50 Jahren als Glücksfall.

Norderstedt hat am ersten Tag des Jahres Geburtstag gefeiert. Gäste aus Norderstedt und dem Umland kamen zum Empfang anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Stadt in die „TriBühne“ und wurden dort von Stadtpräsidentin Kathrin Oehme und Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder begrüßt. 800 Hände mussten die beiden obersten Repräsentantinnen der Kommune schütteln, die auf den Tag genau vor 50 Jahren aus den Gemeinden Harksheide, Glashütte, Garstedt und Fried­richsgabe entstanden war.

Der bunte Nachmittag zum Jubiläum stand unter dem Motto „Mein Herz steht Kopf!“, das für sämtliche Feierlichkeiten zum runden Geburtstag in diesem Jahr stehen soll. Auch die Zahl der weiteren Veranstaltungen steht bereits fest. Roeder hatte die Losung „50 Jahre – 50 Feiern“ ausgegeben. Schon um 14.30 Uhr, eine Stunde vor dem offiziellen Beginn des Empfangs, standen die Gäste Schlange am Eingang. Kostenlose Eintrittskarten hatte die Stadt bereits im November ausgegeben. Sie waren in kurzer Zeit restlos vergeben.

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Zu den Gästen gehörten auch Kreispräsident Claus Peter Dieck, der CDU-Bundestagsabgeordnete Gero Storjohann, seine Landtagskollegin Katja Rathje-Hoffmann und Bürgermeister aus den Nachbargemeinden. Kaltenkirchens Verwaltungschef Hanno Krause hatte als Geburtstagsgeschenk Süßigkeiten mit dem Wappen seiner Stadt mitgebracht. Zu den Vertretern der Stadt Norderstedt gehörten außerdem der neue der am 1. Januar seinen ersten Arbeitstag hatte, und Annette Reinders, die ihren ersten Tag als Erste Stadträtin und damit als Vertreterin von Roeder erlebte.

Die Oberbürgermeisterin nahm die Gäste im großen Saal der „TriBühne“ mit auf eine sehr ausführliche Reise in die noch kurze, aber ereignisreiche Stadtgeschichte. Sie erinnerte daran, dass sich schon 1953 die Fördergesellschaft Norderstedt gegründet hatte. In den 60er-Jahren dachten als erste Gemeinden Harksheide und Glashütte über einen Zusammenschluss nach, der jedoch nach Bürgerprotesten und im zweiten Anlauf durch den Einspruch des schleswig-holsteinischen Innenministeriums scheiterte. Hätten die Gemeinden sich damals durchgesetzt, hätte die Stadt Tarpenau geheißen, berichtete die Oberbürgermeisterin. Auch der Name Stadt Holstein sei im Gespräch gewesen, bevor sich der Begriff Norderstedt durchsetzte, obwohl die Stadt am südlichen und nicht am nördlichen Zipfel Schleswig-Holsteins liegt.

Ex-Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote kam nicht zum Empfang

Den größten Applaus erhielt Roeder, als sie an die Landesgartenschau im Jahr 2011 und an die Wahl ihres Vorgängers Hans-Joachim Grote 1998 erinnerte. Grote war nicht zum Empfang gekommen. Gründe dafür nannte Roeder nicht.

Nur kurz widmete sie sich den Zukunftsaussichten der Stadt. Halb im Scherz, halb im Ernst sprach sie davon, dass Norderstedt mit seinen mehr als 80.000 Einwohnern eines Tages nicht nur viertgrößte Stadt des Landes, sondern noch größer werden könnte.

Stadtpräsidentin Oehme und Roeder appellierten an die Norderstedter, gemeinsam an den Herausforderungen der Zukunft zu arbeiten. Damit knüpfte die Oberbürgermeisterin auch an das neue Logo mit dem Schriftzug „Zusammen. Zukunft. Leben“ an, das im Rathaus entstanden war und bei den Parteien und vielen Bürgern zunächst durchfiel.

Kreispräsident Dieck bezeichnete die Gründung Norderstedts als einen Glücksfall für den Kreis Segeberg, der damit zum echten Randkreis Hamburgs geworden sei. Zunächst sei offen gewesen, welchem Kreis die neue Stadt zugeschlagen werden sollte: Zwei Gründungsgemeinden gehörten zum Kreis Pinneberg, zwei zum Kreis Stormarn. Die Landesregierung unter Ministerpräsident Helmut Lemke habe entschieden, dass Norderstedt zu Segeberg gehören soll. „Norderstedt ist für uns der Brückenbauer zu Hamburg“, sagte Dieck.

Landrat: „Norderstedt ist der Brückenbauer für den Kreis nach Hamburg“

Der Kreis profitiere nicht nur von der Finanzstärke seiner mit Abstand größten Stadt, sondern auch von vielen Innovationen in den Bereichen Digitalisierung und Glasfaser, Mobilität und Technik für die Energiewende. „Für all das steht Norderstedt“, sagte Dieck unter dem Applaus der Gäste. Die Stadt Norderstedt sei bereit für eine nachhaltige Zukunft.

Eine Talkrunde, Auftritte von Musikern und Tänzern und eine Filmvorführung gehörten zum Programm in der „TriBühne“. Dass auch bei den 49 weiteren Veranstaltungen zum Jubiläum die Stimmung gut sein wird, sagte der Werkleiter der Stadtwerke, Jens Seedorf, voraus: „Die Norderstedter feiern nun mal gern.“

Stadtpräsidentin Oehme kündigte Veranstaltungen in allen Stadtteilen an. Das Programm sei so interessant, dass sie in diesem Jahr keinen Urlaub nehmen werde. Viele Veranstaltungen werden von Sponsoren unterstützt.

Oehme trug sich auf der Bühne als Erste in das neue Goldene Buch der Stadt ein, das zum Jubiläum angeschafft wurde. Danach unterzeichneten Roeder, Dieck und andere geladene Gästen. Die Bürger hatten am Ende der Veranstaltung im Foyer die Gelegenheit, sich dort einzutragen.