Norderstedt
Henstedt-Ulzburg

Europas längster Obstlehrpfad

Europas längster Obstlehrpfad zieht sich über 23 Kilometer von Henstedt-Ulzburg bis Bad Oldesloe. Rund 160 Obstbäume, darunter 123 Apfelbäume, stehen am Wegesrand. Auf Schildern werden die einzelnen Obstsorten genau erklärt. In diesen Wochen können die Äpfel gepflückt werden.

Europas längster Obstlehrpfad zieht sich über 23 Kilometer von Henstedt-Ulzburg bis Bad Oldesloe. Rund 160 Obstbäume, darunter 123 Apfelbäume, stehen am Wegesrand. Auf Schildern werden die einzelnen Obstsorten genau erklärt. In diesen Wochen können die Äpfel gepflückt werden.

Foto: Frank Knittermeier

Auf dem 23,7 Kilometer langen Weg zwischen Henstedt-Ulzburg und Bad Oldesloe stehen 140 verschiedene Obstbaumarten, darunter 123 Apfelsorten.

Henstedt-Ulzburg.  Schon mal gehört: Uelzener Rambour? Oder Gute Luise? Vielleicht Schneiders Späte Knorpelkirsche? Nein? Macht nichts, das geht vermutlich vielen so. Das sind Obstsorten, die kann man kennen, muss man aber nicht. Es gibt aber eine Chance, sie kennenzulernen. Und viele, viele andere dazu. Wer sich schlaumachen möchte, kann das zu Fuß oder per Fahrrad auf Europas längstem Obstlehrpfad tun. Zwischen Henstedt-Ulzburg und Bad Oldesloe können die Früchte von 163 Obstbäumen probiert werden.

Der Korl-Barmstedt-Weg präsentiert sich in diesen Wochen besonders verführerisch

Gerade in diesen Wochen gibt es viel zu entdecken: August, September, Oktober, ja auch noch der November gehören zu den Monaten, in denen viele Apfelsorten geerntet werden können. Der Korl-Barmstedt-Weg, so heißt der Weg auf Henstedt-Ulzburger Gebiet, präsentiert sich in diesen Wochen besonders verführerisch. Auf dem 23,7 Kilometer langen Weg zwischen Henstedt-Ulzburg und Bad Oldesloe gibt es 140 verschiedene Obstbaumarten zu bewundern, darunter 123 Apfelsorten. Wer also bisher nicht wusste, dass es überhaupt so viele Sorten gibt, wer nur die gängigen Sorten wie Boskop, Granny Smith, Elstar und Jonagold kennt, der findet hier ein kleines Obstparadies. Geschmacksexplosionen inklusive.

Bis zur Stilllegung im Jahre 1973 ratterte hier die frühere EBOE-Eisenbahn, die Elmshorn mit Bad Oldesloe verband. Nach dem verschwinden der Kleinbahn zwischen Henstedt-Ulzburg und Bad Oldesloe wurde auf der Trasse ein Wanderweg angelegt – und weil die Bahn im Volksmund Korl Bormstedt genannt wurde, hatte die örtliche FDP vor mehr als 30 Jahren die Idee, diesen Namen beizubehalten und den Weg so zu benennen. Diese Idee fanden alle Beteiligten gut.

Die letzten Bäume wurden vor 20 Jahren gepflanzt

Der Obstlehrpfad allerdings wurde erst später angelegt. Im Jahr 1996 hatte der Naturschutzring Segeberg die Idee zu diesem Lehrpfad, dessen Ausmaß bis heute europaweit einmalig ist und damit sogar noch den Lehrpfad im Alten Land übertrifft. Die Idee war geboren, das Interesse groß. Der Kreis Stormarn beteiligte sich an den Kosten des Lehrpfads. Er sorgt auch für den Obstbaumschnitt. Die letzten Bäume wurden im Jahr 1999 gepflanzt.

Rund 70.000 Mark hat das ganze Projekt damals gekostet. Das Geld stammte aus den Gemeindekassen, vom Verein Naherholung im Hamburger Umland und aus dem Spendentopf der damaligen Kreissparkassen. Jede der beteiligten Gemeinden erhielt vom Naturschutzring einen dicken Ordner mit einem Standortverzeichnis sowie mit Bildern und Texten zu den verschiedenen Gehölzarten.

Wer ernten will, sollte eine Leiter mitbringen

Der Naturschutzring stellte an jeden einzelnen Baum eine Informationstafel. Auf den Tafeln steht nicht nur, seit wann es die jeweilige Sorte gibt, wie sie schmeckt, wofür sie geeignet ist, sondern auch, wann sie ihre Pflück- und Genussreife erreicht. Dann darf sich jeder an den Früchten bedienen – allerdings: Wer ernten will, muss hoch hinauflangen. Es empfiehlt sich also, eine kleine Leiter oder zumindest einen Tritt dabei zu haben. Denn hier handelt es sich um Hochbäume. Und natürlich sind die Früchte an den unteren Zweigen sehr schnell abgepflückt.

Wer sich also auf den langen Weg macht, ist hinterher ein ganzes Stück schlauer und möglicherweise um einige seltene und bekannte Obstsorten reicher. Der Genuss kennt keine Grenzen: Wem die eine Apfelsorte zu sauer oder zu wenig markant ist, kann einige Schritte weitergehen und die nächste Sorte probieren. Der größte Apfelmarkt der Welt ist eröffnet!