Trockenheit

Alster – das große Warten auf den Regen

Die Wandse am Mundsburger Kanal kurz vor der Mündung in die Außenalster.

Die Wandse am Mundsburger Kanal kurz vor der Mündung in die Außenalster.

Foto: Matthias Stolt / picture alliance

Manche Zuflüsse auf Hamburger Stadtgebiet führen kaum Wasser. Haben die Fische genug Sauerstoff? Das sagt die Behörde.

Hamburg.  Einige Spaziergänger in Poppenbüttel waren in den vergangenen Tagen irritiert und besorgt: Der Alsterlauf führt derzeit auffällig wenig Wasser. Doch das sei nicht besorgniserregend, sagt Jan Dube, Sprecher der Umweltbehörde: „Es ist nach dem eher regenarmen Sommer so, dass einige Neben- und Zuflüsse wenig Wasser führen oder stellenweise trockengefallen sind. Das ist am Ende eines Sommers mit einem sehr trockenen Vorjahressommer nicht ungewöhnlich.“

Es bestehe kein Anlass zur Sorge, dass der Pegelstand der Alster dauerhaft sinken könnte. Die Alster sei ein seit Jahrhunderten künstlich aufgestauter Fluss, der Abfluss in die Elbe lasse sich über Schleusen regulieren. Knapp 30 Kilometer des Alsterlaufs verlaufen im Hamburger Stadtgebiet – bei einer Gesamtlänge von 56 Kilometern.

Noch kein Sauerstoffmangel

„Wir beobachten den Wasserstand permanent, von einem dauerhaft niedrigen Pegelstand ist derzeit gerade für den Unterlauf nicht auszugehen“, sagt Dube. Fische könnten sich in tiefere Bereiche zurückziehen, ein Sauerstoffmangel herrsche derzeit auch nicht. Sobald es wieder ergiebiger regnet, dürften auch die Wasserstände an der Oberalster und ihren Zuflüssen sichtbar steigen.

Die Minsbek, einer der Alsterzuflüsse, beispielsweise ist nach Angaben des Sprechers ein Gewässer, das hauptsächlich durch den Zufluss aus Regenwassersielen gespeist wird. Sie führt kaum natürlich zufließendes Wasser, daher schwankt die Wassermenge stark, und wenn es länger nicht regnet, fällt der Bachlauf häufiger trocken.

Quelle Anfang September versiegt

Anfang September war bekannt geworden, dass die Quelle versiegt ist. Der Meteorologe Frank Böttcher ging jedoch davon aus, dass ein Austrocknen der Alsterquelle noch kein Grund zur Panik ist. „Wenn es längere Zeit regnet, springt die Quelle wohl wieder an“, sagte der Experte. Er gehe davon aus, dass die Alster an dieser Stelle kein Wasser aus großer Tiefe zieht, sondern eher aus den oberen Schichten.

Bei anhaltendem Regen dürfte die Quelle demnach wieder sprudeln und der Alsterlauf sich wieder füllen.