Ellerauer profitieren von der Verwaltungsehe

Das Team im Ellerauer Rathaus: Silke Plambeck (von  links), Petra Stöver, Petra Oppels, Traude Kroeger, Mirco Tiegel, Sandra Köhnke und Kathrin Schmalfeld. Es fehlen Jens Kuchenbecker und Eleonore David. Burkhard Fuchsfuchs

Das Team im Ellerauer Rathaus: Silke Plambeck (von links), Petra Stöver, Petra Oppels, Traude Kroeger, Mirco Tiegel, Sandra Köhnke und Kathrin Schmalfeld. Es fehlen Jens Kuchenbecker und Eleonore David. Burkhard Fuchsfuchs

Foto: Burkhard Fuchs / fuchs

Seit Juli ist Quickborn für die Gemeinde zuständig. Der Service für die 6000 Bürger ist besser als vorher, als Norderstedt die Gemeinde betreute.

Ellerau/Quickborn.  Zwölf Umzugskartons seien es allein an Bauakten gewesen, berichtet Regina Stöver. „Das war weit mehr, als ich erwartet hatte“, sagt die neue Koordinatorin der Verwaltungsgemeinschaft der Gemeinde Ellerau mit der Nachbarstadt Quickborn, die seit Juli diese Aufgabe von Norderstedt übernommen hat. Am Ende musste ein großer Lkw voller Aktenordner vom Norderstedter Rathaus ins Ellerauer transportiert werden.

Für den Übergang des elektronischen Datenverkehrs, darunter die Daten für rund 100 Sozialhilfe- und Wohngeldempfänger aus etwa 60 Haushalten, brauchte es noch einmal eine Woche Arbeit in der Norderstedter und drei Tage in der Quickborner Verwaltung. „Die unterschiedlichen EDV-Systeme mussten angepasst werden“, sagt Stöver. „Das hat anfangs an einigen Ecken geruckelt, aber am Ende gut geklappt“, sagt sie erleichtert.

Lediglich Silke Harm hat auf eigenen Wunsch die Verwaltung verlassen

Für die 6500 Bürger in Ellerau ändert sich mit dem Wechsel der Verwaltungsgemeinschaft nicht viel, versichert Stöver – „außer dass alles überwiegend besser für sie wird“. So sind die Ansprechpartner im Ellerauer Rathaus dieselben wie vorher. Lediglich Silke Harm habe auf eigenen Wunsch die Verwaltung verlassen. Traude Kröger und Petra Oppels kümmern sich um das Bürgerbüro, Sandra Köhnke um die Kindergärten, Kathrin Schmalfeld um das Bürgermeisteramt, Silke Plambeck um die Bewirtschaftung der Liegenschaften, Mirco Tiegel um die Grünanlagen, Jens Kuchenbecker um Hoch- und Tiefbau und Eleonore David um die Bauunterhaltung.

Für das sogenannte Backoffice im Quickborner Rathaus seien elf Mitarbeiter zusätzlich eingestellt worden. Die Norderstedter Mitarbeiter, die sich zuvor rund zehn Jahre um die Belange in Ellerau gekümmert haben, wollten nicht nach Quickborn wechseln. In Quickborn gebe es nun feste Zuordnungen und Ansprechpartner, die zusammen mit den für sie neuen Kollegen im Ellerauer Rathaus zuständig sind.

Regina Stöver gehörte bis vor Kurzem noch selbst dem Gemeinderat an

Regina Stöver koordiniert die Aufgaben und soll zwischen der Quickborner Verwaltung und der Ellerauer Politik vermitteln und dafür sorgen, dass deren Beschlüsse auch rechtzeitig umgesetzt werden. Dafür ist sie geradezu prädestiniert, gehörte sie doch bis vor Kurzem noch selbst dem Gemeinderat an, zuletzt als Fraktionschefin der BVE-Mehrheitsfraktion. „Das macht meine Aufgabe natürlich leichter“, sagt Stöver. Auch wenn es jetzt eine Zusammenarbeit mit allen politischen Fraktionen sei, mit denen sie vorher als Gemeindevertreterin eher im Wettbewerb stand. „Diese Arbeit finde ich total spannend“, sagt Stöver, die zudem noch die Bauleitplanung für die Gemeinde entwickelt.

Stadt und Gemeinde trennen Orts- und Kreisgrenze

Keine leichte Angelegenheit, da sie mit der Bauaufsichtsbehörde in der Segeberger Kreisverwaltung zu tun habe, während die Kollegen in Quickborn mit der Pinneberger Verwaltung kommunizieren und die Stadt Quickborn sich wiederum gegenüber dem Innenministerium als Kommunalaufsicht verantworten muss. Dieser behördliche Spagat ergibt sich aus der kreisübergreifenden Verwaltungsgemeinschaft von Quickborn und Ellerau, die nicht nur eine Orts-, sondern auch eine Kreisgrenze trennt.

Der Weg zum Amt ist für viele Ellerauer jetzt kürzer, der Service besser. So können sie ihre Angelegenheiten nach wie vor im Ellerauer Rathaus erledigen, das weiterhin bis auf mittwochs und sonnabends werktags von 8.30 bis 12 Uhr sowie dienstags von 14 bis 18 Uhr geöffnet ist. Zudem stehe ihnen das Quickborner Rathaus offen, das mit durchgehenden Öffnungszeiten an sechs Tagen (montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr sowie sonnabends von 10 bis 12 Uhr) wohl die bürgerfreundlichste aller Stadtverwaltungen im Hamburger Umland unterhält.

Das Quickborner Rathaus ist besser zu erreichen als das Norderstedter

Und das Quickborner Rathaus ist nur etwa zwei Kilometer statt des Norderstedters vorher mit zehn Kilometern entfernt. Mit der AKN (Linie A1) ist es nur eine Station oder vier Minuten Fahrtzeit. Nach Norderstedt dauerte das mit Umsteigen in Ulzburg-Süd um die 20 Minuten. Auch mit dem Bus sind die Ellerauer viel schneller in der Quickborner Verwaltung.

„Das ist für alle Bürger in Ellerau eine Win-win-Situation“, ist Regina Stöver vom Vorteil der neuen Verwaltungsgemeinschaft fest überzeugt, die die Gemeinde Ellerau rund 1,4 Millionen Euro im Jahr kostet. Eine Einschätzung, die Elleraus Bürgermeister Ralf Martens teilt. Auch wenn noch nicht alles rund laufe, merke er doch, wie sehr ihm insbesondere die neue Koordinationsstelle mit Regina Stöver seine Arbeit erleichtere. Und auch Quickborns Bürgermeister Thomas Köppl lobt seine neuen Mitarbeiter: „Das ist eine hochqualifizierte und hochmotivierte Mannschaft in Ellerau, die den Übergang jetzt weitgehend reibungslos organisiert hat.“