Norderstedt
Sülfeld

Die Rönschs helfen bei Problemen mit Hunden

Nadine und Axel Rönsch mit dem vierjährigen Malinois Blacky (links) und Argos (8)

Nadine und Axel Rönsch mit dem vierjährigen Malinois Blacky (links) und Argos (8)

Foto: Susanne Nähr

Die Ehrenamtler sind in Sülfeld zur Stelle, wenn es im täglichen Mit- und Nebeneinander von Hundehaltern zu Konflikten kommt.

Sülfeld.  Das Ehepaar Rönsch aus Tönningstedt kennt sich aus mit Hunden. Axel Rönsch ist seit 16 Jahren in der Hundeausbildung aktiv, seine Frau Nadine seit 22 Jahren. Bereits viermal war die 37-Jährige Deutsche Meisterin im Turnierhundesport, 2017 hat sie sogar erfolgreich an der Weltmeisterschaft für Belgische Schäferhunde in der Disziplin Canicross in Halle teilgenommen – man darf sie also getrost als Hundeexpertin bezeichnen.

Nun teilen die Rönschs ihr Wissen über Hundeverhalten und -erziehung mit anderen. In der Gemeinde Sülfeld mit ihren 3186 Einwohnern und 360 Hunden sind Nadine und Axel Rönsch ehrenamtliche Hundebeauftragte, Nachfolger von Jörn Willhöft, der sie auch heute noch unterstützt.

Notfalls werden Behörden eingeschaltet

„Wir wollen als Vermittler zwischen Hundehaltern, aber auch als Vermittler zwischen Hundehaltern und Nicht-Hundehaltern fungieren, wenn es einmal im täglichen Mit- und Nebeneinander zu Konflikten kommt,“ so beschreiben die Sülfelder Hundebeauftragten ihre Aufgabe. Sie stehen als Mediatoren zur Verfügung, um große Eskalationen zu vermeiden und eine gütliche Einigung zu erreichen. Sind sie erst einmal eingeschaltet, versuchen sie zunächst, an die Parteien zu appellieren. Zeigt dieses Vorgehen keinen Erfolg, werden Ordnungsamt, Polizei oder Jägerschaft eingeschaltet. „Ernsthafte Vorkommnisse sind allerdings selten,“ sagt Axel Rönsch, „in diesem Jahr sahen wir uns zum ersten Mal gezwungen, Ordnungsamt und Bürgermeister zu involvieren. Ein Hundebesitzer, mit dem es Probleme gab, zeigte sich zwar zunächst kooperativ, erwies sich später aber doch als beratungsresistent.“ Insgesamt, so ist seine Sichtweise, seien viele Menschen verunsichert, was den Umgang mit Hunden und auch anderen Menschen angeht.

Den Grund sieht er darin, dass sich Mensch und Natur entfremden. Schnell werde dann nach Regularien gerufen. „Selbst Nachbarn kriegen oft kein Miteinander mehr hin.“

Aufruf zur Toleranz steht an erster Stelle

Hier können die Hundebeauftragten eingreifen und im Gespräch vermitteln. Der Aufruf zu Rücksichtnahme und Toleranz steht dabei an erster Stelle. Des Weiteren klären sie auch über Fehlverhalten bei Hunden auf. Der Fehler, wenn man davon reden kann, liege zumeist nicht beim Hund, sondern daran, wie mit ihm umgegangen wird. Konsequentes Verhalten des Hundehalters helfe Mensch und Hund und erleichtere das Zusammenleben. Eine Broschüre ist in Arbeit, die Hundebesitzern helfen soll, ihr Tier besser zu verstehen.

Häufiger jedoch als Beschwerden erreichen die Rönschs Anfragen im positiven Sinn. So wurden sie vor der Anschaffung eines Hundes befragt, welche Rasse für die zukünftigen Halter infrage komme. In solchen Gesprächen versuchen sie, ihren Gesprächspartnern Themen wie Ausbildung und Hundesport nahe zu bringen. „Viele Menschen wissen gar nicht, was Hunde alles können,“ sagt der 47-jährige Axel Rönsch. Ganz praktisch war eine ihrer ersten Amtshandlungen; in Sülfeld wurden Spender für Gassibeutel aufgestellt.

Nadine und Axel Rönsch sind lokal gut vernetzt. Bettina Krohn ist Jägerin in der Gemeinde und froh über die Hundebeauftragten. „Sie sind eine große Entlastung,“ sagt sie. Manch ein Hundebesitzer habe keine Vorstellung davon, was passieren könne, wenn sein Hund ein Wildtier hetze. Die Aufklärungsarbeit der Rönschs helfe sehr. Im Notfall arbeiten sie ganz selbstverständlich zusammen: Gemeinsam haben Jägerschaft und Hundebeauftragte nach einem abhanden gekommenen Hund gesucht, die Straßen abgefahren, per Telefonkette die Bürger einbezogen.

„Ein Hund soll das Leben bereichern,“ sagen die Rönschs. Und was ihre Arbeit als Hundebeauftragte angeht: „Wir machen das gern.“