Norderstedt
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Sabine Meyer begeistert mit Mozart-Stücken

Klarinettistin Sabine Meyer (v. l.), Dag Jensen am Fagott und Klarinettist Wolfgang Meyer, Bruder von Sabine Meyer, begeisterten mit dem Bläser-Ensemble in der „TriBühne“

Klarinettistin Sabine Meyer (v. l.), Dag Jensen am Fagott und Klarinettist Wolfgang Meyer, Bruder von Sabine Meyer, begeisterten mit dem Bläser-Ensemble in der „TriBühne“

Foto: Heike Linde-Lembke / Heike Linde-Lembke .

Zum SHMF-Konzert „Unter Freunden“ in der „TriBühne“ kamen auch Innenminister Hans-Joachim Grote und Ehefrau Doris zum Heimspiel.

Norderstedt.  Souverän und scheinbar völlig entspannt eröffnete das Bläser-Ensemble mit der Klarinettistin Sabine Meyer das SHMF-Konzert „Unter Freunden“ in der „TriBühne“ mit einem Querschnitt aus Mozarts Oper „Figaros Hochzeit“ als Harmoniemusik für Bläser. „Unter Freunden“ fühlten sich im großen Saal auch Hans-Joachim Grote und Ehefrau Doris Grote, die sich das Konzert als Heimspiel nicht entgehen ließen.

Mozarts „Harmoniemusik“ aus der oft so gar nicht harmonischen Oper spielte das Ensemble sehr luftig, betonte die Mozartschen Klangfarben und sprenkelte seinen kindlichen Übermut ins Spiel. Besonders romantisch und gefühlvoll erklang das „Perdono“ im Finale des vierten Akts, bevor die Fagotte tief, fast satirisch, zum „Corriam tutti“ blubberten.

Fein verpackt zwischen zwei Mozart-Ohrwürmern präsentierte das Ensemble Toshio Hosokawas „Variations“. Dieses Werk hat das Bläser-Ensemble Sabine Meyer 1994 für eine Japan-Tournee extra bei dem 63 Jahre alten japanischen Komponisten bestellt. „Und bezahlt“, wie Klarinettist Wolfgang Meyer, Bruder von Sabine Meyer, sagte. „Das Stück hat keine Melodie, keine rhythmische Struktur, aber ganz viel Farbe, und Toshio Hosokawa sieht das Stück als Häufung von Atmung“, sagte Meyer. In der „TriBühne“ erlebte „Variations“ seine Europa-Premiere.

Es war denn auch das spannendste Stück des Konzerts, eine Kalligraphie, geschaffen für ein Nó-Theater, eine Geräusch-Poesie, ein Hörstück für die Seele. Wenn man sich denn darauf einlässt und es genießt, wenn das Fauchen und Feixen des Windes erklingt, das Knarren hoher Bäume, das Grummeln der Erde, das Rauschen des Meeres und das Seufzen vergangener Zeiten.

Doch die Angst vor zeitgenössischer Musik ließ einige Zuhörerinnen und Zuhörer nicht los: „Das ist nichts für mich“ und „vielleicht in 200 Jahren“ war in der Pause zu hören. Nach der Pause gab es, sozusagen als Dank fürs Durchhalten, wieder Mozart pur mit der „Gran partita“, der Serenade für 13 Bläser. Auch dieses Stück spielte das Ensemble unter der Leitung von Sabine Meyer luftig durch alle Sätze, zwischen denen das Publikum endlich immer weniger klatschte. Den Musikern um Sabine Meyer gelang eine Kammermusik mit symphonischem Klang, die wieder die Romantik betonte, tänzerisch und cantabel erklang.