Kiel/Trappenkamp

Nach dem Einbruch den Fluchtwagen demoliert

Das Kieler Landgericht lehnte die Berufung ab

Das Kieler Landgericht lehnte die Berufung ab

Foto: dpa Picture-Alliance / Axel Heimken / picture alliance / dpa

Angeklagter brach in Tankstelle ein. Landgericht in Kiel lehnt Berufung ab – Der Täter muss für zwei Jahre ins Gefängnis.

Kiel/Trappenkamp.  Gemeinsam mit einem Komplizen brach der Angeklagte in eine Tankstelle in Trappenkamp ein. Dort ließ das Duo Tabakwaren im Wert von knapp 5000 Euro mitgehen. Auf der halsbrecherischen Flucht vor der Polizei setzte der 41-Jährige das Tatfahrzeug in die Feldmark – Sachschaden rund 30.000 Euro. Jetzt verwarf das Kieler Landgericht die Berufung des Angeklagten gegen seine Verurteilung zu zwei Jahren und einem Monat „Haft pur“.

Das Amtsgericht Neumünster habe für den besonders schweren Diebstahl vom 11. Februar 2017 eine angemessene Strafe verhängt, begründete die Berufungskammer des Landgerichts das im November verhängte Urteil. In einem gemieteten Audi A 3 Sportback war der Drogenabhängige zum Tatort gefahren. Ohne Führerschein, dafür unter Einfluss von Amphetaminen und Kokain. Das Diebesgut, so der Plan, sollte in Drogen umgesetzt werden.

Der Wagen schoss über einen Erdwall und flog auf ein Feld

Mit einem Pflasterstein zerschlug das Duo die Sicherheitsglasscheibe der Tankstelle und raffte im Verkaufsraum 17.000 Zigaretten zusammen. Auf frischer Tat ertappt, rasten die Täter auf der Flucht vor der Polizei mit weit überhöhter Geschwindigkeit in Richtung Hamburg. Nördlich von Bad Segeberg bei der Gemeinde Blunk schoss der Audi auf einer Kreisstraße über einen Erdwall und flog auf ein Feld.

Bis zum Unfall mit Totalschaden habe der Angeklagte das Fahrzeug ganz gut unter Kontrolle gehabt, so das Urteil. Auch sonst spreche das zielgerichtete Tatverhalten gegen eine verminderte Steuerungsfähigkeit des Angeklagten. Während sein Komplize das erstinstanzliche Urteil akzeptierte, hoffte er auf eine mildere Strafe. Doch Bewährung sei bei dem stattlichen Vorstrafenregister wohl „zu viel verlangt“, räumte auch der Verteidiger ein.

Der Angeklagte wuchs nach der Scheidung seiner Eltern im Heim auf, konsumierte dort mit 13 Jahren Cannabis. Zwei Jahre später nahm er Heroin. Mit 18 erklärte er Kokain zu seiner „Hauptdroge“. Eine einjährige Therapie schloss er im Jahr 2012 erfolgreich ab, wurde aber nach anderthalb Jahren rückfällig, als er Job und Freundin verlor. Acht Jahre Jugend- und Freiheitsstrafe hat er bereits verbüßt. Derzeit sitzt er in der JVA Kiel wegen Diebstahls, Nötigung und Straßenverkehrsgefährdung ein. Jetzt hofft er, während der Haft eine weitere Therapie machen zu können.