Norderstedt
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Gemeinsam statt einsam durch die Stadt

Sie machen sich gemeinsam auf den Weg: Anna Walther, Belinda Niedieck, Ingrid Dassow, Christoph von Hardenberg und Hans-Jürgen Heitmann

Sie machen sich gemeinsam auf den Weg: Anna Walther, Belinda Niedieck, Ingrid Dassow, Christoph von Hardenberg und Hans-Jürgen Heitmann

Foto: Burkhard Fuchs / HA

Spazierengehen in der Gruppe: Norderstedter DRK legt ein kreisweit einzigartiges Projekt gegen das Alleinsein im Alter auf.

Norderstedt.  Ein kreisweit bislang einmaliges Angebot gegen die Vereinsamung älterer Menschen bietet das Deutsche Rote Kreuz (DRK) jetzt zusammen mit der Segeberger Kreisverwaltung in Norderstedt an. Menschen, die sich gerne in der Natur bewegen und spazieren gehen möchten, können dies von Juni an einmal in der Woche in einer geführten Gruppe des DRK tun. „Dieses Angebot richtet sich vor allem an ältere Leute, die nicht allein laufen wollen oder können, sondern sich in einer Gruppe geselliger, sicherer und mobiler fühlen“, sagt Norderstedts DRK-Vorsitzender Christoph von Hardenberg.

Die Idee zu diesem neuen Bewegungsangebot sei ihm im Gespräch mit der neuen Gesundheitsplanerin Anna Walther von der Kreisverwaltung gekommen. „Wir fühlen uns als DRK der Gesundheitsvorsorge der Bevölkerung verpflichtet“, sagt der Ortsvereinschef. Das Spazierangebot würde genau in das Kursusprogramm des Norderstedter DRK passen, das schon heute 1000 Menschen mit 190 ehrenamtlichen Helfern und 84 Gesundheitskursen regelmäßig erreiche (siehe Text rechts).

Auch für das geführte Spazierengehen braucht das DRK wieder freiwillige Helfer. Mit Belinda Niedieck und Hans-Jürgen Heitmann sind bereits die ersten gefunden, die montags und mittwochs für ein, zwei Stunden mit Gleichgesinnten durch den Stadtpark, den Willy-Brandt- oder Ossenmoorpark, das Wittmoor oder Raakmoor laufen wollen. Auch andere Wege und Ziele seien möglich. „Ich gehe gern spazieren, bin aber ein bisschen faul. In der Gruppe läuft es sich bestimmt besser“, sagt Heitmann. Und Belinda Niedieck würde gerne ihren freien Montag für dieses gruppendynamische Bewegungsangebot zur Verfügung stellen. Rentnerin Ingrid Dassow will einfach nur mitlaufen.

Startpunkt für die Spaziergeh-Gruppe soll immer an einer der DRK-Stationen in Norderstedt sein, also an der Ochsenzoller Straße, an der Glockenheide oder am Kielortring. Der Wanderführer sollte zudem die Route genau kennen und dabei auch mögliche Hindernisse wie Treppen oder Bordsteinkanten vorher ausgekundschaftet haben.

Die kleinen Wanderungen selbst seien so organisiert, dass ein Café oder eine Bank zum Ausruhen und Stärken ebenso dazu gehören müsse wie eine öffentliche Toilette unterwegs, kündigt von Hardenberg an. „Es geht nicht um sportliche Höchstleistungen, sondern dass die Teilnehmer in Bewegung sind.“

Denn Bewegung sei wichtig für die Gesundheit und insbesondere im Alter eine sehr gute Sturz-Prophylaxe, sagt Gesundheitsplanerin Walther. „Schon zweieinhalb Stunden Bewegung pro Woche sind eine gute Gesundheitsvorsorge, sofern die Läufer dabei etwas ins Schnaufen kommen und der Pulsschlag etwas steigt.“ Ein paar Übungen, wie das Kreisen der Arme, das Rotieren der Schultern oder das Heben der Fußspitzen machen die geführten Spaziergänge etwas sportlicher, sagt die Gesundheitsplanerin. „Ein kleines Handbuch für solche Bewegungsübungen werde ich den Teilnehmern dafür zur Verfügung stellen.“ Ihr Ziel sei es, dass bald auch die anderen 24 DRK-Ortsvereine im Kreis Segeberg oder andere soziale Einrichtungen ähnliche geführte Spaziergänge für ältere Menschen anbieten. Anna Walther setzt auf den Nachahmungseffekt.