Norderstedt
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Reetdachhaus in Glashütte brennt völlig aus

Schnee und Temperaturen von minus 14 Grad erschwerten die Löscharbeiten am Reetdachhaus in Glashütte

Schnee und Temperaturen von minus 14 Grad erschwerten die Löscharbeiten am Reetdachhaus in Glashütte

Foto: Büh, Florian (www.RTVP.de)

Auch beim Möbelhandel Wiechmann musste die Norderstedter Feuerwehr löschen – der extreme Frost machte den Einsatzkräften zu schaffen.

Norderstedt.  Um 2.53 Uhr am Sonnabendmorgen ging der Alarm ein: Feuer im Reetdachhaus. Die Feuerwehr Glashütte rückte zum Brandort aus, das unbewohnte Gebäude steht gegenüber der Einmündung Fuchsmoorweg/Segeberger Chaussee. „Als wir dort eintrafen, schlugen die Flammen schon aus dem Dach, ein Teil war schon eingestürzt“, sagte Norderstedts Gemeindewehrführer Fabian Wachtel. Die Garstedter Feuerwehrleute eilten den Kollegen zu Hilfe – die hatten gerade einen Einsatz beendet und waren in die Wache an der Ochsenzoller Straße zurückgekehrt. Die Wehr wurde um 0.39 alarmiert, weil auf dem umzäunten Außengelände des Möbelhandels Wiechmann am Rugenbarg ein Holzstapel in Brand geraten war.

„Die 20 Garstedter Kameraden waren so schnell da, dass sie das Eindringen der Flammen in das Gebäude verhindern konnten“, sagte Wachtel. Allerdings seien Rauch und Ruß in die Geschäftsräume gedrungen, die erhebliche Schäden verursacht hätten. Die Kripo hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.

Die Segeberger Chaussee war mehrere Stunden voll gesperrt

Kaum waren die Garstedter Feuerwehrleute wieder in der Wache, mussten sie den Kollegen in Glashütte helfen. Gemeinsam versuchten 50 Einsatzkräfte, das Reetdachhaus zu retten – ein Einsatz, der die Männer und Frauen an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit brachte, denn: Bei minus 14 Grad froren nicht nur die Helfer, es war auch schwierig, Löschwasser und -schaum einzusetzen. „Wir mussten das Wasser ständig laufen lassen, trotzdem froren Armaturen ein, über die das Wasser verteilt wird. Und der Löschschaum, der auf den Boden tropfte, gefror sofort und zauberte kleine Kunstwerke, die aussahen wie Schaumgebäck“, sagte der Gemeindewehrführer.

Wegen des starken Frostes richtete er einen Pendelverkehr ein. Die Feuerwehrleute, die gerade nicht direkt im Einsatz waren, wurden ins nur 500 Meter entfernte Feuerwehrhaus gefahren, um sich aufzuwärmen. Da die Atemschutzgeräte ohnehin regelmäßig getauscht werden mussten, bot sich der Tausch der Brandbekämpfer an. Das Löschen war schwierig, da das Reetdach auseinandergezogen werden musste. Mit einer Wärmebildkamera prüften die Feuerwehrleute, ob es im Gebäude und vor allem im Dachbereich noch Glutnester gibt. Die Brandherde wurden mit Löschschaum abgedeckt; die Ursache des Brandes ist unklar.

Gegen 8.30 beendeten die Wehren ihren Einsatz zunächst. Die Brandruine war mit Eisschichten bedeckt, Flammen und Glut waren nicht mehr zu entdecken, die Einsatzkräfte fuhren zur Wache, um Fahrzeuge und Material wieder in Ordnung zu bringen. Doch die Ruhe währte nur kurz: Um 10.30 Uhr ging wieder ein Alarm ein, im Haus war nochmals ein Feuer ausgebrochen.

Nun setzte Wehrführer Wachtel auf externe Hilfe, er forderte einen Bagger des Norderstedter Betriebsamtes an, mit dem das Dach abgetragen und damit weitere Brandgefahr endgültig beseitigt wurde.

Gefordert waren die Feuerwehrleute auch, um die Segeberger Chaussee eisfrei zu halten, das Löschwasser gefror immer wieder auf der Straße, die während der Löscharbeiten komplett gesperrt wurde, auch die Busse konnten die Gefahrenstelle nicht passieren. Nur zwischen 8.30 und 10.30 Uhr war die viel befahrene Ost-West-Verbindung für den Verkehr freigegeben.

Zu schaffen machte die extreme Kälte auch der Polizei – die Beamten konnten den Hinweis, der das Betreten des Brandortes verbietet, zunächst nirgendwo befestigen, da der Kleber nicht hielt.

Gegen 14.30 Uhr konnten die Feuerwehrleute endgültig nach Hause zurückkehren. Für die Norderstedter Ortswehren endete ein Einsatz, der kurz nach Tagesbeginn am Sonnabend mit dem Feuer auf dem Gelände des Möbelhandels begonnen hatte. Knapp 14 Stunden später war auch das Feuer im völlig ausgebrannten Reetdachhaus Geschichte. „Das war schon eine ungewöhnliche Feuernacht, wie sie höchstens ein- oder zweimal im Jahr vorkommt“, sagte Gemeindewehrführer Wachtel.