Norderstedt
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„Terror“: Hier dürfen Sie selbst entscheiden

In „Terror“ muss sich Major Lars Koch, Kampfjet-Pilot der Bundeswehr, vor Gericht verantworten: Er ist des 164-fachen Mordes angeklagt

In „Terror“ muss sich Major Lars Koch, Kampfjet-Pilot der Bundeswehr, vor Gericht verantworten: Er ist des 164-fachen Mordes angeklagt

Foto: Bernd Boehner

Das Eurostudio Landgraf führt das Schauspiel von Ferdinand von Schirach am Sonnabend, 11. November, in der „TriBühne“ auf.

Norderstedt.  Schuldig? Oder nicht schuldig? Darf ein Mensch Menschen töten, um andere Menschen zu retten? Beispielsweise, wenn Terroristen drohen, ein Flugzeug in die Luft zu sprengen, wenn ihre Forderungen nicht erfüllt werden? Wird der Staat damit erpressbar? Vor 40 Jahren wurde die Lufthansa-Boeing „Landshut“ von palästinensischen Terroristen entführt. Flugkapitän Jürgen Schumann wurde vor den Augen der Passagiere erschossen. Von 13. bis 18. Oktober 1977 dauerte das Martyrium von Passagieren und Besatzung. Dann befreite die GSG 9 das Flugzeug in Mogadischu. Die Bundesregierung unter dem damaligen Kanzler Helmut Schmidt ließ sich nicht erpressen.

Theater-Autor Ferdinand von Schirach stellt in seinem Drama „Terror“ auch den Zuschauern die Frage: „Wie würden Sie entscheiden?“ Am Sonnabend, 11. November, spielt das Eurostudio Landgraf das Stück, das im Fernsehen hohe Zuschauerquoten erzielte, in der „TriBühne“ – mit Zuschauer-Entscheidung.

Vor Gericht steht Major Lars Koch, Kampfjet-Pilot der Bundeswehr, angeklagt des 164-fachen Mordes. Am 26. Mai 2013 erhält Koch den Befehl, einen von Terroristen gekaperten Airbus abzudrängen. Die Terroristen wollen den Airbus in eine ausverkaufte Münchner Arena stürzen lassen, in der 70.000 Zuschauer das Länderspiel Deutschland – England sehen. Das Abdräng-Manöver misslingt. Lars Koch schießt das Passagierflugzeug ab, um die Fußball-Fans zu retten. Hat er richtig gehandelt? Oder ist er schuld am Tod von 164 Menschen?

Die Zuschauer bestimmen, wie das Stück endet

Darüber soll das Publikum, wie schon bei der TV-Aufführung, nach bestem Wissen und Gewissen, wie es im deutschen Richtergesetz heißt, urteilen. Jeder Zuschauer darf in einer Pause abstimmen, ob Lars Koch unschuldig oder schuldig ist. Danach entscheidet sich, wie das Theaterstück weitergeht. Plädiert der überwiegende Teil des Publikums für schuldig, wird die Schuldig-Variante gespielt, hält die Mehrheit Lars Koch für unschuldig, kommt diese Begründung des Richterspruchs zur Aufführung.

„Terror“, Sonnabend, 11. November, 20 Uhr, „TriBühne“, Rathausallee 50. Eintrittskarten zu Preisen zwischen 16 und 26 Euro gibt es im Vorverkauf, unter Telefon 040/30 98 71 23, unter www.tribuehne.de und an der Abendkasse.