Norderstedt
Quickborn

Einspruch: Ungereimtheiten bei Bürgermeisterwahl?

Bernd Godenrath hat gegen die Bürgermeisterwahl in Quickborn Einspruch eingelegt

Bernd Godenrath hat gegen die Bürgermeisterwahl in Quickborn Einspruch eingelegt

Foto: Burkhard Fuchs

Ging bei der Quickborner Bürgermeisterwahl alles mit rechten Dingen zu? Bernd Godenrath will am Wahltag anderes beobachtet haben.

Quickborn.  Der Quickborner Bernd Godenrath, 51, hat fristgerecht Einspruch gegen die Bürgermeisterwahl vom 24. April eingelegt. Er will in seinem Wahlbezirk im Ortsteil Renzel, wo die 1241 Briefwahlstimmen ausgezählt wurden, Ungereimtheiten beobachtet haben. Seine Nachbarin Nina Bettin, die bei der Auszählung dabei war, wunderte sich über eine unverschlossene Wahlurne.

Der Wahlbezirk Renzel, der als letzter ausgezählt war, drehte das Ergebnis in letzter Minute um: Bürgermeister Thomas Köppl gewann dort mit 237 Stimmen Vorsprung und lag am Ende mit 124 Stimmen vor Annabell Krämer. Diese hatte zuvor noch mit 113 Stimmen geführt.

Godenrath wunderte sich bei seiner Stimmabgabe darüber, dass um 11.30 Uhr Briefwahlscheine ausgezählt wurden. Auch Nina Bettin will gegen 16 Uhr gesehen haben, dass blaue Umschläge mit den Briefwahlstimmen offen auf einem Tisch gestapelt lagen.

Später sei sie mit ihren Kindern bei der Auszählung im Renzeler Dorfhaus dabei gewesen. „Die Wahlvorsteherin Birgit Raphael bat uns aber um 18 Uhr für zwei Minuten nach draußen und schloss das Wahllokal ab.“ Danach durfte sie wieder rein und habe mitbekommen, wie ein Wahlhelfer sich wunderte, dass der Schlüssel der Urne darin auftauchte. Dieser war am Morgen nicht auffindbar. Das bestätigt Birgit Raphael. Aber sie habe die Urne mit einem Draht verplombt. „Eine sicherere Aufbewahrung gibt es nicht.“ Die Briefwahlstimmen habe ihr am Morgen der Wahlleiter ausgehändigt. Diese seien bis 13 Uhr vorschriftsmäßig von den roten Briefumschlägen aussortiert und die eidesstattlichen Versicherungen der Briefwähler geprüft worden.

Gemeindewahlleiter Volker Dentzin bestätigt den fristgerechten Einspruch gegen die Gültigkeit der Bürgermeisterwahl. Diesen werde er jetzt mit seiner Stellungnahme an die Kommunalaufsicht in Kiel schicken.