Norderstedt
Abnehmen-Aktion

Die Kandidaten waren die Harten im Garten

Die Abendblatt-Abnehm-Gruppe beim harten Outdoor-Training bei Wind, Schnee und Regen im Norderstedter Stadtpark

Die Abendblatt-Abnehm-Gruppe beim harten Outdoor-Training bei Wind, Schnee und Regen im Norderstedter Stadtpark

Foto: Andreas Burgmayer / HA

Woche Zwei: Die Abendblatt-Abnehm-Gruppe trainiert zum ersten Mal draußen – bei dichtem Schneetreiben im Norderstedter Stadtpark.

Norderstedt.  „Häng dich noch mehr rein!“, sagt Trainer Tröger. „Boah! Och nö, so ist das ja voll anstrengend!“, quiekt Sabrina. „Haha! Der war gut!“, sagt Trainer Tröger. „Mach weiter!“

Stadtpark Norderstedt, Feldparkwiese, die Fitness-Station am Mittwoch, kurz nach 18.30 Uhr. Die Sterne stehen am dunklen Himmel, der fahle Schein der Stadt liegt über dem ansonsten pechschwarzen Wald. Es herrschen Temperaturen um den Gefrierpunkt. Kein Schwein verirrt sich jetzt noch hierher. Die meisten Norderstedter machen sich den Feierabend gemütlich vor dem Fernseher oder am Abendbrottisch und würden noch nicht mal den Hund nach draußen schicken, in diese fiese nass-kühle Nacht.

Die Abnehm-Gruppe des Abendblatts hat also den ganzen Park für sich. Die erste Trainingseinheit Outdoor hat einen exklusiven Rahmen.

Sabrina hängt an den TRX-Bändern. Die Strippen hängen an den gelben Rohrsystemen der Fitness-Station. Von Kindern werden sie gerne als Schaukel missbraucht. Die meisten Spaziergänger haben ebenfalls keine Ahnung, was man mit ihnen eigentlich anfangen kann. Dabei sind die Dinger unheimlich praktisch, um zu trainieren. Sie machen alle Übungen, die die Abendblatt-Abnehm-Gruppe aus dem Studio kennt, auch unter freiem Himmel in allen Schwierigkeitsstufen möglich.

Zum Beispiel das enge Rudern, das Sabrina gerade im Rahmen ihres Workouts versucht. Sie fasst die Handschlaufen der Bänder, hängt sich mit ihrem Gewicht hinein und zieht die Hände langsam zur Brust. Dreimal 20 Wiederholungen hintereinander, getrennt von je 60 Sekunden Pause. „Und immer hart im Core bleiben!“, sagt Markus Tröger. Nicht wie ein Sack Reis in den Bändern hängen, sondern steif wie ein Brett, mit stramm angezogenen Bauchmuskeln.

Für einen Februarabend ist das Wetter an diesem Mittwoch gar nicht mal so grottig. Stunden zuvor hatte es ja schon geschneeregnet. Gerade als die Gruppe beginnt, sich wohlzufühlen, erinnert sich der Wettergott an seine Schmuddelphase und schickt eine graue, schwere Wand Pappschnee. Netterweise peitscht ein kräftiger Wind aus Westen die Matsche nahezu waagerecht in die Gesichter der Trainierenden. Markus Tröger nutzt die Ungunst der Stunde für den Einsatz eines zusätzlichen Motivationselementes. Über einen Bluetooth-Lautsprecher schickt er die Trainings-Playlist auf seinem Handy in die schaurig-schöne Nacht. Schnelle Beats, die nach vorne gehen. Die Abendblatt-Gruppe trainiert im Schneegestöber stoisch und akkurat das Tröger-Outdoor-Workout mit Kniebeugen, Ausfallschritten und Ruderbewegungen. Die Musik hilft, gibt den Trainierenden beim disziplinierten Fordern der Muskeln das Signal: Gebt alles, ihr seid cool, ihr seid hart, ihr seid fit! Alle geben Vollgas, Trainer Tröger achtet auf die gute Haltung und die saubere Technik. Nach einer Stunde und einer letzten Runde Medizin-Ballwerfen stapfen die Abendblatt-Leser fertig und zufrieden zum Parkplatz. Allgemeines Abklatschen. Yeah! Geschafft! Wir waren die harten im Garten!

In der Woche zwei von insgesamt zehn der Abendblatt-Aktion können die Kandidaten selbst nicht so richtig fassen, zu was sie plötzlich in der Lage sind. Alle Kandidaten legen eine bemerkenswerte Trainingsdisziplin an den Tag. Dreimal die Woche 60 Minuten Workout mit zehn Minuten Intervall-Training im Anschluss halten alle durch. Natürlich grätscht das Leben mal dazwischen. So wie bei Manuel: „Wegen eines Fersendorns konnte ich letzte Woche nur einmal trainieren. Doch jetzt bin ich wieder fit.“ Und bei Stefan hat das Grippe-Virus zugeschlagen. Am Mittwoch steht er trotzdem schniefend im Stadtpark und schaut den anderen zumindest zu. Bei der Ernährung halten sich die Kandidaten an die Tipps von Ökotrophologin Heike Theiß und Trainer Markus Tröger.

Die meisten im Team haben sich entschieden, wenig Kohlenhydrate zu sich zu nehmen. Gerichte wie die Markus-Tröger-Spezialhackpfanne mit 400 Gramm Hack, Süßkartoffeln, Pilzen, Zucchini, Bohnen und Zwiebeln machen die Runde. Markus Tröger isst die bis zu dreimal die Woche. Bei Miriam zaubert der Thermomix ein Gericht aus Brokkoli, Paprika, Äpfeln und Pinienkernen. Die Kilos purzeln bei allen – aber nicht alle reden drüber. Kalorien und Pfunde sind das eine, viel wichtiger ist es, sich fitter und gesunder zu fühlen. Es geht um die Umstellung fürs Leben. „Um alle Regeln einzuhalten, brauche ich viel Konzentration und Ehrgeiz“, sagt Miriam. „Aber der Zusammenhalt im Team ist klasse. Ich will es schaffen!“ Alexander umgibt am Tag nach dem Outdoor-Training ein leichter Muskelkater. Ein ziemlich geiles Gefühl!“ Kristina ist einfach nur unheimlich stolz, das durchgezogen zu haben.

Katrin musste beim Training zwar kurz dem Impuls standhalten, dem Trainer den Medizinball an den Kopf zu werfen. „Aber dieses neue Lebensgefühl durch das Training ist großartig, und ich möchte es nicht mehr missen.“