Norderstedt
Von der Wiese zum Idyll

Das kleine Naturparadies beim Rathaus gleich um die Ecke

Ein Garten voller Überraschungen: Monika Iserloth hat auf 1200 Quadratmetern eine Fläche gestaltet, die immer wieder neue Blickfänge und fast ein Dutzend Sitzplätze bietet

Ein Garten voller Überraschungen: Monika Iserloth hat auf 1200 Quadratmetern eine Fläche gestaltet, die immer wieder neue Blickfänge und fast ein Dutzend Sitzplätze bietet

Foto: Michael Schick

Die Norderstedterin Monika Iserloth hat einen Garten voller Ecken und Nischen gestaltet und sich ganz auf ihre Kreativität verlassen.

Norderstedt.  Der Garten beeindruckt schon auf den ersten Blick. Doch richtig erschließt sich das grün-bunte Schmuckstück erst beim Gang von der Terrasse bis zum Zaun, der das Ende markiert. Gut 100 Meter lang ist die Strecke, rechts und links tauchen immer neue Sitzplätze und Nischen auf. Mal ein Pavillon, mal eine Bank, mal ein kleiner runder Tisch mit zwei Stühlen. „Wir sitzen gern draußen, und so können wir immer mit der Sonne wandern“, sagt Monika Iserloth, die hier ein Idyll komponiert hat, mitten in Norderstedt und nicht mal einen Kilometer vom Rathaus entfernt hat die Hobbygärtnerin am Heisterkamp ihr kleines Paradies geschaffen.

Mehr als zehn Jahre hat die Norderstedterin gebraucht, um aus ihren Ideen einen Garten zu gestalten, der dem Betrachter immer wieder neue Blickfänge bietet. „Und fertig bin ich noch lange nicht“, sagt die 71-Jährige. Das liegt nicht daran, dass es noch Wildwuchs gibt, Ecken, die noch so daliegen, wie 2002, als sie in das Haus eingezogen ist und hinter der Terrasse nichts war als Wiese. „Ich habe immer wieder neue Bilder im Kopf“, sagt die Gartenbesitzerin. Im Moment ist Kies ihr Material. Pflegeleicht und hübsch anzusehen, findet sie. Beete sollen in nächster Zeit den weißen oder bunten Steinen weichen, denn: Mit zunehmendem Alter sei die Gartenpflege für sie und ihren Lebensgefährten kaum noch zu schaffen.

Bereits als Kind verkaufte Iserloth selbst gepflückte Blumen

Die Liebe zu Blumen wurde früh geboren. Schon als Kind hat sie im Schrebergarten der Eltern und Großeltern in Hamburg mit Leidenschaft Blumen gepflückt und sie an der Straße verkauft. Da ist es klar, dass auch im jetzigen, gut 1200 Quadratmeter großen Garten, florale Vielfalt herrscht. Schon im kleinen Vordergarten begrüßen rote Hortensien die Besucher, hängen Kästen mit Kräutern, aber auch mit tränenden Herzen unter den Fenstern. „Das sind eigentlich keine Pflanzen für den Kasten“, sagt Monika Iserloth. Doch sie hat schon immer nach ihrem eigenen Kopf gestaltet.

Es hat allerdings gedauert, bis das aktuelle Gartenbild aus vielen Puzzleteilen zusammengesetzt war. „Ich wollte eigentlich nur den vorderen Bereich gestalten“, sagt Monika Iserloth. Doch dann feierten sie und ihr Partner ein Gartenfest zu einem runden Geburtstag, und sie Hausherrin stellte fest, dass „die Besucher im hinteren Bereich nicht durch unkultivierte Landschaft laufen können“. Also bepflanzte sie auch den mittleren und abschließenden Teil.

Von der Terrasse fällt der Blick auf ein Pavillongestell und Stühle, dahinter schließt sich der Teich an, das erste Projekt der kreativen Gartengestalterin. „Den habe ich ausbuddeln lassen, als mein Partner geschäftlich unterwegs war“, sagt die Blumenfreundin und stellt fest: Der Reiher war da und hat sich Beute geholt. Und er ist sogar noch da, gleich hinter dem Goldfisch-Gewässer steht er als Kunstobjekt.

„Seine ganz besondere Wirkung entfaltet der Garten, wenn es dunkel ist“

Überhaupt Objekte: Der Garten ist voll von Accessoires, die Monika Iserloth im Laufe der Jahre zusammengetragen hat. Laternen hängen in Ästen, ein verrostetes Bügeleisen thront auf einem Stein, hier eine Säule, dort ein Obelisk, der eine Wasserschale trägt, mit Kräutern bepflanzte Holzkästen und Rosenbögen – Details, die den romantischen Charakter des Gartens unterstreichen und doch bewusst nicht überall platziert sind. Sie sollen zum Beispiel nicht ablenken, wo Buchsbäume, ein roter Fächerahorn und zwei Koniferen eine fast beruhigende Wirkung verströmen.

„Seine ganz besondere Wirkung entfaltet der Garten, wenn es dunkel ist“, sagt Monika Iserloth. Sie hat an den Beeträndern eine wahre Flut von Strahlern installiert, die die Pflanzen beleuchten und sie in ein „romantisches Licht tauchen“. Doch auch schon morgens ist sie in ihrem ganz persönlichen Paradies unterwegs. Sie sieht jeden Tag nach, was wo gewachsen ist. Damit sie gedeihen, brauchen Blumen, Büsche und Sträucher ja bekanntlich viel Liebe und Aufmerksamkeit.