Norderstedt

Geschichte der Kaserne

Der Ursprung: 1961 erfolgt der erste Spatenstich für die Kaserne. Panzer rollten an, Hallen und Unterkünfte wurden nach und nach auf dem Acker hochgezogen. Das Panzergrenadierbataillon 182 ist hervorgegangen aus dem Grenadierbataillon 11, das 1956 in Lübeck aufgestellt wurde. 1958 wurde es nach Boostedt verlegt. 1959 erhielt es seinen heutigen Namen. 1961 zog es nach Bad Segeberg um.

Der Namensgeber: 1964 wird die Kaserne nach Paul von Lettow-Vorbeck (Foto links) benannt, der nach dem Ersten Weltkrieg in Deutsch-Südwestafrika als Kriegsheld verehrt wurde. Im Juli 1919 führte er ein Korps von rechtsgerichteten Freiwilligen an, die Hamburg eingenommen hatten, um die Übernahme der Stadt durch linksgerichtete Spartakisten zu verhindern. Ende der 20er-Jahre saß er als Abgeordneter der Deutschnationalen im Berliner Reichstag. Er starb 1964, beigesetzt wurde er in Pronstorf.

Die Patengemeinden: Nach und nach wurden Patenschaften ins Leben gerufen - mit Wahlstedt, Garbek und Kisdorf.

Die Aufgabe der Soldaten: Der potenzielle Angreifer der Vergangenheit stand jahrzehntelang hinterm Eisernen Vorhang: Russland. In den letzten Jahren haben sich die Aufgaben der Panzergrenadiere völlig gewandelt. Erstmals nach dem Krieg mussten sie in Krisengebieten Dienst leisten - im Kosovo, Ex-Jugoslawien und Afghanistan.

Das Ende: Die Bundeswehr brauchte ab 2004 viele Standorte nicht mehr. Auch Bad Segeberg stand auf der Streichliste des Verteidigungsministeriums. Am 2. November 2004 kam das endgültige Ende. Am 5. März 2007 wurde der letzte Panzer abgeholt.

Die Zukunft des Grundstücks: Die Stadt war wie gelähmt, als 2004 bekannt wurde, dass Bad Segeberg seine Lettow-Vorbeck-Kaserne, seinen Bundeswehrstandort, verliert. Bürgermeister Hans-Joachim Hampel (Foto oben) sprach von einem "herben Schlag". Schließlich waren die rund 800 Soldaten und ihre Familien auch ein wichtiger Wirtschaftfaktor. In der Südstadt haben viele Soldaten gewohnt oder sich in und um Bad Segeberg Häuser gebaut. Sie kauften hier ein, sind hier ausgegangen. Seit der Hiobsbotschaft ist man in Bad Segeberg bemüht, Alternativen für die rund 29 Hektar in Autobahnnähe zu finden. Dafür wurde sogar ein Masterplan entworfen, der unter anderem vorsieht, das Gelände wegen seiner verkehrsgünstigen Lage für Nutzungen aus dem Bereich "Auto und Verkehr" zu öffnen. Dazu gehören eine Groß-Tankstelle mit Waschanlage, Werkstatt (vor allem für Lastwagen), ein Shop mit Bistro. Ferner sollen rund 100 Stellplätze für Lkw und über 400 für Pkw vorgehalten werden. Ebenfalls könnte ein Verkehrsübungsplatz entstehen.

Zumindest ein Investor stehe bereit, einen Teil dieses Masterplanes zu verwirklichen, sagt Bürgermeister Hampel. Angeblich will er einen Autohof bauen. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben führt als Eigentümer das Verfahren. Sprecher Ralf Mölleken rechnet im Frühjahr 2009 mit einem Zuschlag für einen Bieter.