Prozess

Jäger verliert nach Schuss auf Jogger die Erlaubnis

Ein Jäger auf der Pirsch (Symbolbild).

Ein Jäger auf der Pirsch (Symbolbild).

Foto: Imago/Agentur 54 Grad

Er hatte versehentlich einen Mann am Kopf getroffen. Der Eilantrag gegen die Einziehung seines Jagdscheins wurde abgelehnt.

Hannover. Ein Jäger, der im vergangenen Sommer durch einen unabsichtlich ausgelösten Schuss einen Jogger am Kopf getroffen und verletzt hat, darf nicht weiterjagen. Das Verwaltungsgericht lehnte einen Eilantrag des Mannes gegen Ungültigkeitserklärung und Einziehung seines Jagdscheines ab, wie aus einem am Montag mitgeteilten Beschluss hervorging. Damit folgt das Gericht einer Entscheidung des Landkreises Schaumburg. Dieser hatte bereits Mitte Dezember den Jagdschein für ungültig erklärt und diesen eingezogen. (Az.: 11 B 259/19)

Der Mann habe erwiesen, dass er nur unzuverlässig die Waffe handhaben könne, stellte das Verwaltungsgericht fest. Ein zukünftiger verantwortungsvoller Umgang mit Jagdwaffen sei nicht zu erwarten, weswegen der Mann auch zum Schutz der Allgemeinheit nicht weiterjagen dürfe – auch nicht für die Dauer des noch laufenden Klageverfahrens.

Jäger leugnete Schuss vor Gericht

Ferner habe der Jäger zunächst den Schuss geleugnet und im weiteren Verlauf mehrfach abweichende und widersprüchliche Angaben zur Tat gemacht, hieß es. Gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichts kann Beschwerde eingelegt werden.

Im Juli vergangenen Jahres hatte sich aus der Waffe des Mannes in der freien Landschaft bei Lauenhagen ein Schuss gelöst und einen rund 400 Meter entfernten Mann am Kopf getroffen. Das 31-jährige Opfer war zu diesem Zeitpunkt mit seinen drei Kindern unterwegs.