Niedersachsen

Landkreis-Politiker fordern Abschuss von Wölfen

Wölfe heulen in einem Gehege im Wildpark Neuhaus.

Wölfe heulen in einem Gehege im Wildpark Neuhaus.

Foto: Swen Pförtner / dpa

FDP und Freie Wähler sehen Weidetierhaltung gefährdet. Bestand von Muffelwild sei zudem bereits stark rückläufig.

Winsen.  Nach der Kreistagsfraktion der AfD hat auch die Gruppe FDP/Freie Wähler Veränderungen im Wolfsmanagement angemahnt. Der Landkreis solle eine Wolfsverordnung unterstützen, die zur Abwendung landwirtschaftlicher Schäden sowie dem Schutz der natürlichen Tierwelt und im Interesse der öffentlichen Sicherheit das Verjagen und Töten von Wölfen erlaubt.

„Die Wolfspopulation in Niedersachsen ist nicht mehr gefährdet, dafür aber die Weidetierhaltung, die einen großen Beitrag zur Offenhaltung der Kulturlandschaft und zur Bereitstellung von Lebens- und Brutraum für verschiedene Tier- und Pflanzenarten leistet“, begründet FDP-Fraktionschef Arno Reglitzky den Vorstoß der Gruppe.

Wie der Kormoran seinerzeit eine erhebliche Gefahr für die niedersächsische Fischereiwirtschaft darstellte, so bedrohe nun der Wolf die Weidetierhaltung. Zudem könne nicht abgewartet werden, bis es zu Übergriffen auf Menschen komme. „Auffällige Problemwölfe müssen der Natur lethal entnommen werden können“, so Reglitzky. Es bestehe kein Grund, die Ausbreitung des Wolfes anders zu beurteilen, als von anderen rechtlich geschützten Tierarten. Die Interessen des Naturschutzes müssten wieder mit den Interessen einer traditionellen Landnutzung in Einklang gebracht werden. Hierzu sei eine „Wolfsverordnung“ das gebotene Mittel.

Willy Isermann von der CDU unterstützt den Vorstoß ausdrücklich. Er kenne als Jäger und Landwirt beide Seiten und wisse deshalb um die Notwendigkeit eines Umlenkens. „Es besteht dringender Handlungsbedarf, weil sich die Wolfspopulation rasant entwickelt hat. Bundesweit gibt es inzwischen mehr als 1000 Wölfe. Dafür ist der Bestand an Muffelwild in Niedersachsen rapide gesunken, es zeigt sich kaum noch in unseren Wäldern“, so der Christdemokrat. Die SPD-Fraktion hält das Vorgehen für nicht zielführend. „Es nützt überhaupt nichts, wenn einzelne Landkreise initiativ werden, es bedarf eines einheitlichen Vorgehens bundesweit“, sagt Claus Eckermann und erinnert an die Bundesratsinitiative zum Thema vom Herbst des Vorjahres. Dort hatten Niedersachsen, Brandenburg und Sachsen gemeinsam ein nationales Konzept gefordert, das das Töten problematischer Tiere erleichtert.

Konkret fordern die drei Bundesländer eine Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes. Die dynamische Populationsentwicklung und die große Mobilität der Wölfe mache eine Betrachtung auf Bundesebene erforderlich. Wolf, Menschen und Nutztiere müssten zwar gut nebeneinander leben können. Gefährdungen für Menschen und Übergriffe der Wölfe auf Weidevieh müssten jedoch ausgeschlossen werden.

In den genannten drei Bundesländern leben aktuell die meisten Wölfe. Probleme mit ihnen werden unterdessen aus fünf weiteren Ländern gemeldet.