Nach Millionenverlusten

Fährbetrieb Cuxhaven-Brunsbüttel startet erfolgreich

Ein Mann wartet in Brunsbüttel auf die Ankunft der Fähre "Grete"

Ein Mann wartet in Brunsbüttel auf die Ankunft der Fähre "Grete"

Foto: Axel Heimken / dpa

Seit sechs Wochen pendeln auf der Strecke wieder Fähren über die Elbe. Zuvor hatten Millionenverluste zum Stopp des Betriebs geführt.

Cuxhaven.  Die Fährschiffe „Grete“ und „Anne-Marie“ haben auf der wiederbelebten Elbe-Linie von Cuxhaven nach Brunsbüttel in den ersten sechs Wochen mehr als 76.000 Passagiere befördert. Seit dem Start rollten bis Ende September außerdem rund 15.600 Autos, 877 Laster, 800 Wohnmobile und rund 9500 Zweiräder an Bord. „Damit sind wir ganz zufrieden“, sagte Betriebsleiter Bernd Bässmann.

Im neuen Herbst- und Winterfahrplan pendeln die Fähren bis zu neunmal täglich in beide Richtungen. Die Fahrtzeit für die rund 25 Kilometer lange Strecke beträgt etwa 70 Minuten.

Start der Fährlinie besser angelaufen als erwartet

Die Fähre wird von der Reederei Elb-Link betrieben, die der estnischen Reederei Saaremaa Ferrys gehört. Sie steht in Konkurrenz zur Fähre Glückstadt-Wischhafen und rund 100 Kilometer entfernten Hamburger Elbtunnel im Zuge der A7.

Insgesamt sei der Start der Fährlinie besser als geplant angelaufen, sagte der Betriebsleiter. Noch mache der Frachtbereich zwar nur einen relativ kleinen Teil aus. Das Angebot werde aber angenommen. „Das dauert eben ein bisschen und muss sich auch erst rumsprechen.“ Im Winter fällt das Tourismusgeschäft weitgehend flach. Die Reederei wirbt mit der Bord-Gastronomie für Ausflüge auf der Elbe, es können auch Weihnachtsfeiern an Bord veranstaltet werden.

Länder sehen Wiederaufnahme als großen Gewinn

Schleswig-Holstein und Niedersachsen sehen die Wiederaufnahme der Fährfahrten als großen Gewinn für den gesamten Norden. In der Vergangenheit wurde bereits dreimal versucht, Verbindungen zwischen Brunsbüttel und Cuxhaven einzurichten. Millionenverluste führten aber stets zur Einstellung des Betriebes.

Nach einem Gutachten von 2014 könnte die Fährverbindung bei hoher Auslastung aber durchaus wirtschaftlich betrieben werden - dafür müssten mindestens 265.000 Pkw, 48.000 Lkw und 625.000 Passagiere im Jahr die Passage buchen.