Elbverkehr

Fährlinie Brunsbüttel-Cuxhaven wird reaktiviert

Brunsbüttels Bürgermeister Stefan Mohrdieck freut sich über die neue Fährlinie

Brunsbüttels Bürgermeister Stefan Mohrdieck freut sich über die neue Fährlinie

Foto: Roehrbein, Ingo (Hamburg, DEU)/Roe

Reederei mit estnischem Partner will spätestens im Herbst starten. Sie setzt zwei jetzt in der Ostsee verkehrende Fähren ein.

Brunsbüttel. Cuxhaven in Niedersachsen und Brunsbüttel in Schleswig-Holstein sollen schon in wenigen Monaten wieder mit Fähren verbunden werden. Im März haben zwei Geschäftsleute in Cuxhaven die Elb-Link Reederei GmbH gegründet, hinter der eine estnische Reederei steht. Mit zwei Fährschiffen, die derzeit in der Ostsee eingesetzt werden, soll möglichst schnell der Betrieb aufgenommen werden.

Näheres wollen die Reederei und das niedersächsische Wirtschaftsministerium in der kommenden Woche mitteilen. Nach Informationen des Hamburger Abendblatts sind Abfahrten im Stundentakt geplant. Die Reederei will spätestens im Herbst, möglichst aber früher starten. Zunächst müssen Stellflächen an den Anlegern geschaffen werden, außerdem müssen die Anleger selbst für den Einsatz der beiden Fährschiffe umgerüstet werden.

In der Vergangenheit hatte es immer wieder Versuche gegeben, die Fährverbindung zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel zu reaktivieren. 2001 war sie eingestellt worden, ihre Anfänge reichen bis in das 18. Jahrhundert zurück. Das Revier in der Elbmündung gilt als anspruchsvoll. Es gibt dort starke Strömungen, die sich je nach Tide verändern. Die Reederei Elb-Link will die Elbe in 70 Minuten überqueren. Jedes der beiden Schiffe kann 160 Pkw transportieren. Eine dritte Fähre soll möglichst rasch dazukommen. 50 Arbeitsplätze könnten entstehen.

Das Land Niedersachsen hat die neue Fährverbindung massiv unterstützt. Die Einrichtung der Linie steht im Koalitionsvertrag der rot-grünen Landesregierung. Ein vom Land finanziertes Gutachten kam 2014 zu dem Ergebnis, dass „Fahrtzeitverlängerungen im Autoverkehr wegen Stau bei der Durchfahrt durch Hamburg ein ernsthaftes und langfristiges Problem bis voraussichtlich 2030 darstellen“ werden.

Auch der noch vier Jahre dauernde Ausbau der A 7 zwischen Hamburg und Bordesholm spielt eine Rolle. Mit anderen Worten: Die Hamburger Verkehrsprobleme bringen Kundschaft. Die Gutachter schätzen, dass die neue Fährverbindung anfangs von jährlich rund 276.000 Pkw und rund 48.000 Lkw genutzt wird. Sie gingen von folgenden Fährpreisen aus: 20 Euro für einen Pkw mit Fahrer, 60 Euro für einen Lkw. Allerdings, so die Gutachter, werde die Fährlinie erst im vierten Betriebsjahr Gewinn abwerfen.