Nepal

Göttinger Professor bei Erdbeben im Himalaya getötet

Den 15 Studierenden und einem weiteren Wissenschaftler, die mit dem ums Leben gekommenen Göttinger Professor, geht es laut Uni Göttingen den Umständen entsprechend gut

Den 15 Studierenden und einem weiteren Wissenschaftler, die mit dem ums Leben gekommenen Göttinger Professor, geht es laut Uni Göttingen den Umständen entsprechend gut

Foto: 6summitschallenge.com / REUTERS

Der international renommierte 67-jährige deutsche Geografie-Professor und Eiszeitforscher erlag nach Informationen der Hochschule seinen schweren Verletzungen.

Arughat Bazar/Göttingen.  Der Leiter einer Exkursion der Universität Göttingen ist bei dem verheerenden Erdbeben im Himalaya ums Leben gekommen. Der international renommierte 67-jährige deutsche Geografie-Professor und Eiszeitforscher erlag nach Informationen der Hochschule seinen schweren Verletzungen.

Den übrigen Teilnehmern der Exkursion - 15 Studierenden und einem weiteren Wissenschaftler - gehe es „den Umständen entsprechend gut“, sagte Hochschulsprecher Thomas Richter am Dienstag. Direkten telefonischen Kontakt zu der Gruppe habe die Universität bisher nicht bekommen können. An die Informationen sei die Hochschule mit Hilfe des Reiseveranstalters gelangt. Zu den genauen Umständen, unter denen der Geografie-Professor ums Leben gekommen ist, könne er deshalb auch noch keine Angaben machen, sagte Richter.

Bei dem Leiter soll es sich nach Informationen der Hessischen Niedersächsischen Allgemeinen (HNA) um den 67-jährigen Matthias K. handeln. Der Professor war ein erfahrener Expeditionsleiter, hat mehr als 40 Hochgebirgsexpeditionen durchgeführt. 1983 wurde er zum Professor für Geografieie an der Universität Göttingen ernannt und erhielt 1990 den Lehrstuhl für „Geographie und Hochgebirgsgeomorphologie“ in Göttingen. Im vergangenen Jahr war es K. gelungen, als erster ausländischer Geowissenschaftler in eines der entlegensten Gebiete Zentraltibets zu reisen. Der ums Leben gekommene Wissenschaftler galt als herausragender Kenner des Himalaya. Sein besonderes Interesse galt der Entstehung und den Folgen von Eiszeiten.

Die Göttinger befanden sich auf einer geografischen Exkursion nordwestlich von Katmandu, als sie von dem Erdbeben überrascht wurden. Einige der Studierenden seien bei dem Unglück auf dem Weg vom Tsum Valley nach Arughat Bazar leicht verletzt worden, sagte Richter.

Derzeit befänden sich die überlebenden Mitglieder der Gruppe in Arughat Bazar in Sicherheit. Sie sollen voraussichtlich noch am Dienstag nach Katmandu gebracht werden, sagte der Hochschulsprecher. Er hoffe, dass sie dann am Mittwoch den Heimflug nach Deutschland antreten können. Die Gruppe war Anfang April in den Himalaya aufgebrochen. Die Rückkehr war für den 29. April geplant.

(dpa/HA)