Muslimische Bestattungen

Auf Braunschweiger Friedhof entsteht ein rituelles Waschhaus

Das Gebäude soll besonders Muslimen eine würdevolle Bestattungskultur mit ritueller Waschung und anschließendem Totengebet ermöglichen. Auch Juden soll das Haus offenstehen

Braunschweig. Auf dem Stadtfriedhof von Braunschweig wird am Dienstag mit dem Bau eines rituellen Waschhauses begonnen. Es soll besonders Muslimen eine würdevolle Bestattungskultur mit ritueller Waschung und anschließendem Totengebet ermöglichen, teilte die Stadtverwaltung mit.

Das Haus ist eine der wenigen Einrichtungen dieser Art in Deutschland und soll auch anderen Religionsgemeinschaften wie Juden offenstehen. Der Rat der Stadt hatte im vergangenen Jahr einstimmig den Bau beschlossen. Migrantenverbände rechnen mit einer Zunahme von islamischen Bestattungen in Deutschland.

In Niedersachsen können Muslime ihre Gläubigen seit 2005 gemäß den Vorschriften ihrer Religion auch ohne Sarg bestatten lassen. Nach den Regeln des Islam muss ein Verstorbener kurz nach dem Tod beerdigt werden, möglichst innerhalb von 24 Stunden. Nach einer rituellen Waschung wird der Tote in weiße Leinentücher gewickelt und nach dem Totengebet auf einem muslimischen Friedhof beigesetzt.

Das Grab wird so ausgehoben, dass es im rechten Winkel Richtung Mekka liegt. Auch der Tote wird so gebettet, dass sein Gesicht nach Mekka weist. Da Muslime die Auferstehung in Gemeinschaft mit ihren Glaubensbrüdern erwarten, sollten muslimische Gräber und die Gräber anderer Religionen nicht zusammenliegen. Der Friedhof soll zuvor auch keiner anderen Religion zur Bestattung gedient haben.