Pöglitz. Ingo Stoll war sich gleich sicher, nun brachte eine Genuntersuchung Gewissheit. Eine Abschussgenehmigung gibt es aber nicht.

Nach dem Tod mehrerer Schafe Anfang des Jahres auf einer Koppel in Pöglitz (Kreis Vorpommern-Rügen) hat eine Genuntersuchung den Angriff eines Wolfes bestätigt. Nachdem die Untersuchung einer ersten Genprobe noch „Art nicht bestimmbar“ als Ergebnis gehabt habe, sei nun ein Wolf nachgewiesen worden, teilte das Schweriner Umweltministerium am Montag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Die mögliche Festlegung auf ein konkretes Tier stehe noch aus. Diese wäre auch die Voraussetzung für einen möglichen Abschuss. „Derzeit gilt, dass ein Wolf geschossen werden darf, wenn er nachgewiesen mehrfach zumutbaren Herdenschutz überwunden und Tiere gerissen hat“, erklärte ein Ministeriumssprecher. „Dann ist eine Ausnahmegenehmigung vom Landkreis einzuholen.“ Schnellere Abschüsse wie von Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) vorgeschlagen und von den Umweltministern der Länder befürwortet seien noch nicht umgesetzt.

Schäfer: Wolf riss Schafe trotz vorschriftsmäßigen Schutzzauns

Im Januar hatte der Schäfer Ingo Stoll nach früherer eigener Aussage tote und verletzte Tiere auf seiner Koppel gefunden. Drei seien bereits tot gewesen, vier weitere habe ein Tierarzt wegen der Verletzungen einschläfern müssen. Er hatte einen schnellen Abschuss eines Wolfes gefordert.

Die zuletzt getöteten Schafe waren seiner Aussage nach vorschriftsmäßig geschützt gewesen mit einem Elektrozaun. Wölfe kämen im Zweifel aber über die Zäune hinüber oder möglicherweise darunter hindurch.

Stoll hat wiederholt mit aufsehenerregenden Aktionen auf seine Anliegen aufmerksam gemacht, etwa als er kürzlich bei Stralsund etwa 400 Tiere über eine Bundesstraße führte. 2021 hatte er aus Protest gegen die aus seiner Sicht mangelnde Unterstützung gegen den Wolf tote Schafe in die Stralsunder Innenstadt gebracht. Sie seien auch dem Wolf zum Opfer gefallen. Das sei ebenfalls genetisch nachgewiesen worden.