Ermittlungen

Drosten stellt nach Anfeindungen auf Zeltplatz Anzeige

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Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie, Charité Berlin, spricht.

Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie, Charité Berlin, spricht.

Foto: Michael Kappeler/dpa

Der bekannte Virologe Christian Drosten hat wegen Beschimpfungen auf einem Zeltplatz an der Mecklenburgischen Seenplatte Anzeige gegen drei Dauercamper erstattet. Der Verband der Campingbranche kündigt Konsequenzen an.

Wesenberg (dpa/mv). Der prominente Virologe Christian Drosten hat wegen Beschimpfungen auf einem Zeltplatz an der Mecklenburgischen Seenplatte Anzeige bei der Polizei erstattet. Er habe gegen drei Dauercamper, zwei Frauen und einen Mann, Anzeige wegen Verleumdung gestellt, bestätigte eine Sprecherin der Polizeiinspektion Neubrandenburg. Zuerst hatte das Online-Portal «Wir sind Müritzer» darüber berichtet. Drosten soll unter anderem als Massenmörder beschimpft worden sein.

Die Polizeisprecherin wollte wegen laufender Ermittlungen zum Inhalt der Beschimpfungen nichts sagen. Der Vorfall habe sich am vergangenen Samstag am Ellbogensee südlich der Müritz nahe Brandenburg zugetragen. Drosten sei inzwischen wieder planmäßig abgereist.

Am späten Mittwochnachmittag schrieb Drosten beim Kurznachrichtendienst Twitter, dass er Urlaub «immer und jederzeit in MeckPomm» machen würde. «Ich bin ja schließlich Norddeutscher, und es ist einfach gut da!» Drosten wurde in Lingen im Emsland geboren. Mit seinem Tweet antwortete Drosten auf einen Beitrag des Fernsehmoderators und Wetterexperten Jörg Kachelmann. Der hatte Drosten Respekt gezollt für «den Ansatz, auf einem Zeltplatz in Mecklenburg-Vorpommern Urlaub zu machen». Drosten schrieb daraufhin auch: «Na ja, wir haben halt 'ne Nacht am See gezeltet, leider kein Urlaub. Deswegen auch keine vorzeitige Abreise oder dergleichen.»

Der Wissenschaftler erlangte als Experte im Zuge der Corona-Pandemie deutschlandweite Bekanntheit. Er sah sich immer wieder mit Anfeindungen konfrontiert, etwa von Kritikern von Impfungen und anderer Corona-Schutzmaßnahmen.

Wenn sich der Verdacht bestätige, werde der Campingplatz in der Mecklenburgischen Seenplatte den Dauercampern ein sofortiges Hausverbot aussprechen und durchsetzen, teilte der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern des Bundesverbandes der Campingwirtschaft Deutschland mit. Man distanziere sich ausdrücklich von so einem Verhalten und habe kein Verständnis für derartige Beschimpfungen. Der Verband schätze die von Drosten geleistete Arbeit während der Bekämpfung der Corona-Pandemie.

( dpa )