Lüneburg

Leuphana-Bau soll 18,3 Millionen Euro teurer werden

Der Bau des neuen Zentralgebäudes der Universität Lüneburg wird immer mehr zum Politikum. Zunächst wurden die Kosten mit 58 Millionen Euro veranschlagt, nun sollen sie um 18,3 Millionen Euro steigen.

Lüneburg. Die Kosten für den Prestige-Bau der Leuphana Universität in Lüneburg steigen auf 76 Millionen Euro. Dies habe die Hochschule dem Land Ende September mitgeteilt, sagte der Sprecher des Wissenschaftsministeriums, Werner Nording, am Freitag nach einem entsprechenden Bericht der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. Ursprünglich sollte das von US-Stararchitekt Daniel Libeskind entworfene Zentralgebäude 57,7 Millionen Euro kosten.

Nach Angaben des Ministeriumssprechers hat die Hochschule angekündigt, den finanziellen Mehrbedarf selbst zu tragen. Wie sie das machen will, sei aber noch unklar. Die Uni habe noch nicht ihren Finanzierungsplan vorgelegt, sagte Nording.

Der futuristische Bau soll nach derzeitiger Planung im August 2015 fertiggestellt sein. Niedersachsen stellt 21 Millionen Euro für das Projekt bereit, die EU wollte knapp zehn Millionen zahlen. Die Stadt und der Landkreis Lüneburg beteiligen sich mit insgesamt sieben Millionen Euro. Der Rest soll durch Zuschüsse vom Bund, von Kirchen und Sponsoren und durch Uni-Mittel zusammenkommen.

Ein Hochschulsprecher erklärte, der Nachfinanzierungsbedarf liege lediglich bei 7,5 Millionen Euro. Daran habe sich seit der Sitzung des Stiftungsrates der Leuphana im Juni nichts geändert. Hintergrund seien unter anderem gestiegene Baukosten.

An diesem Montag beschäftigt sich der Wissenschaftsausschuss des Landtags mit dem Thema. Der geplante Libeskind-Bau hatte schon in der Vergangenheit Negativ-Schlagzeilen gemacht. So wies ein vertraulicher Abschlussbericht der EU-Ermittler des Europäischen Amtes für Betrugsbekämpfung auf Unregelmäßigkeiten bei dem Projekt hin. Die Leuphana Universität hat gut 8000 Studenten. Mit dem Prestige-Bau soll die gesamte Region an Strahlkraft gewinnen.