Bundestagswahl 2021

Dr. Nina Scheer setzt auf den Klimaschutz

| Lesedauer: 6 Minuten
Stefan Huhndorf
Die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Nina Scheer liebt in ihrer Freizeit die Musik. Am vergangenen Sonnabend begleitete sie eine Band beim Möllner Altstadtfestival mit einigen Takten aus dem Udo Lindenberg-Hit „Du spieltest Cello…..“ Allerdings auf der Geige, ihrem Lieblingsinstrument.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Nina Scheer liebt in ihrer Freizeit die Musik. Am vergangenen Sonnabend begleitete sie eine Band beim Möllner Altstadtfestival mit einigen Takten aus dem Udo Lindenberg-Hit „Du spieltest Cello…..“ Allerdings auf der Geige, ihrem Lieblingsinstrument.

Foto: Privat

Sie ist SPD-Vorreiterin in Sachen Klimaschutz und kandidiert für die Partei im Wahlkreis Herzogtum Lauenburg/Stormarn Süd.

Geesthacht.  Die regelmäßige Fahrt mit dem Zug von Büchen nach Berlin kennt sie seit 2013. So lange sitzt Dr. Nina Scheer für die SPD im Bundestag, seitdem wohnt sie auch im Kreis Herzogtum Lauenburg. Jetzt tritt die 49-Jährige erneut im Wahlkreis 10 (Herzogtum Lauenburg/Stormarn Süd) für die Sozialdemokraten an.

Während der Zeit, in der sie lange in Berlin gelebt und dort sechs Jahre den Bundesverband der grünen Wirtschaft UnternehmensGrün, seit 2021 Bundesverband nachhaltige Wirtschaft, als Geschäftsführerin geleitet hat, kam der Kontakt zur Bundespolitik zustande. Die Sozialdemokratin, die viele für eine Grüne hielten, machte Lobbyarbeit für den Klima- und Umweltschutz und wurde so auch in die Grundwertekommission der SPD berufen.

Dr. Nina Scheer kandidiert für die SPD bei der Bundestagswahl 2021

„Ich bin zwar seit meinem 16. Lebensjahr SPD-Mitglied, mein Weg in die Politik war aber keineswegs vorgezeichnet“, erzählt Nina Scheer. Dabei war ihr Vater, Hermann Scheer, 30 Jahre bis zu seinem Tod in 2010 für die SPD im Bundestag. Nach seinem Tod gründete sie mit ihrer Mutter die Hermann-Scheer-Stiftung, die sich für Klimaschutz, Bildung und Völkerverständigung einsetzt und leitet diese seither als ehrenamtlicher Vorstand.

Sie bekam dann auch ein Angebot der SPD, für den Wahlkreis ihres Vaters in Waiblingen in Baden-Württemberg anzutreten. Auch Wolfgang Thierse, der seinen Rückzug aus der Politik plante, bot ihr zu der Zeit seinen Wahlkreis in Berlin an. Letztlich entschied sich Nina Scheer aber für den damals verwaisten Wahlkreis 10 im Lauenburgischen.

Der Weg in die Bundespolitik ergab sich aus dem Beruf

„Ich hatte Schleswig-Holstein bei Veranstaltungen für den Umweltschutz kennengelernt. Dass hier die Energiewende so intensiv vorangebracht wird, hat mich gereizt. Das passte einfach“, sagt sie. Gleich auf Anhieb klappte 2013 der Einzug in den Bundestag und es folgte der Umzug mit ihrer Tochter in den Kreis Herzogtum Lauenburg. Für Nina Scheer das vorläufige Ende einer langen Reise. Geboren ist sie in Berlin, aufgewachsen in Stuttgart und Remagen, das Abitur hat sie in Bonn gemacht.

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Musik spielte schon immer eine große Rolle in ihrem Leben. Deshalb folgte das Studium in Essen. „Ich habe aber gemerkt, dass ich Musik liebe, aber die Geige nicht meine ausschließliche Identität ist. Deshalb habe ich auf dem kürzesten Weg das Musik-Examen absolviert und dann Jura studiert“, erzählt die Sozialdemokratin. Hin und wieder spielt sie noch Geige, öfter Klavier – aber eben nur als Hobby.

Sie wollte nicht einfach nur die Erste Geige im Orchester sein

Ihr Fokus liegt auf Klimaschutz. „Eine große politische Herausforderung ist, dass bei diesem Thema oft Tatsachen und Meinungen vermischt werden. Das zieht sich wie ein roter Faden durch alle Politikbereiche, ist hier aber besonders deutlich festzustellen“, so Dr. Nina Scheer, die im Fach Politische Wissenschaft promoviert hat.

„Die wissenschaftlichen Fakten belegen den menschgemachten Klimawandel“, verursacht durch CO2-Ausstoß und weitere klimaschädliche Gase. Dies sei keine Frage von Meinung, sondern von Fakten. „Es gibt viele Aspekte, aber der Energiebereich ist ein entscheidender Sektor. Dort lässt sich am leichtesten und schnellsten durch den Umstieg auf Erneuerbare Energien etwas verändern“, so Nina Scheer.

Mobilitätswende ist ein wichtiger Baustein zum Klimaschutz

Sie ist sich sicher, dass Deutschland als ein führendes Technologie- und Industrieland sowie Exportnation dabei eine wichtige Rolle spielt. „Wir haben zwar nur einen kleinen Anteil am weltweiten CO2-Ausstoß, aber Schwellen- und Entwicklungsländer schauen auf Industrienationen und handeln dann ebenso“, sagt sie. „Hier geht es um Vorreiterrollen und Arbeitsplätze mit Zukunft.“

Ein Baustein ist auch die Mobilitätswende, aber es dürfe nicht nur auf eine Technologie gesetzt werden. „E-Mobilität ist in vielen Bereichen gut. Bei größeren Fahrzeugen oder auch im Flugverkehr oder bei Schiffen wird sicher auch der Einsatz von Wasserstoff sinnvoll sein“, so Nina Scheer. Sie selbst ist allerdings nach wie vor mit einem sieben Jahre alten Audi A6 mit Dieselmotor unterwegs.

Jetzt fährt die Diesel, das nächste Auto soll mit E-Antrieb ausgestattet sein

„Ich hatte in Berlin teilweise gar kein Auto, hier brauche ich es für Fahrten im Wahlkreis und auch zu Terminen in anderen Regionen in Schleswig-Holstein. E-Mobile hatten zum Zeitpunkt des Kaufs noch nicht so große Reichweiten. Mein nächstes Auto wird aber elektrisch betrieben“, so Nina Scheer. Möglichst oft fährt sie aber mit der Bahn und sie versucht Flüge weitestgehend zu vermeiden.

Einen Wandel fordert sie auch beim Fleischkonsum. „Es ist sinnvoller und muss in den Rahmenbedingungen abgebildet werden, die Flächen für den Anbau von Nahrungsmitteln als für Viehfutter zu nutzen; das würde auch den Methan-Ausstoß senken. Fleisch braucht auch mit Blick auf die Tiere mehr Wertschätzung. Nachhaltige Landwirtschaft muss zudem allgemeiner Standard werden“, ist Nina Scheer überzeugt.

  • Steckbrief Dr. Nina Scheer

ledig, eine Tochter

Ausbildung: Musikstudium in Essen, Hauptfach Violine, Jurastudium in Bonn, erstes Staatsexamen, Politikwissenschaftliche Dissertation zu dem Thema „Welthandelsfreiheit vor Umweltschutz?“

Hobbys: Musik (Klavier und Violine), Kabarettbesuche

Das mag ich: Gute Gespräche, die nicht oberflächlich sind, gern bei gemütlichem, guten Essen, Verantwortung übernehmen

Das mag ich nicht: Fake-News und Politikverweigerung wie beispielsweise durch die Querdenker und andere

Lieblingsurlaubsort: Den habe ich nicht. Ich war zwar privat etwa auch mal an der Nordsee. Meistens sind meine Aufenthalte andernorts aber dienstlich