Statistik 2020

Weniger Unfälle, aber mehr Schwerverletzte im Herzogtum

| Lesedauer: 3 Minuten
Stefan Huhndorf
Mitte Oktober kam es nachmittags auf der B 404/Fahrendorfer Weg in Geesthacht zu einem Unfall, als ein Seat nach links abbiegen wollte. Zwei Fahrzeuginsassen, darunter ein achtjähriges Kind, wurden zur Beobachtung ins Krankenhaus gebracht.

Mitte Oktober kam es nachmittags auf der B 404/Fahrendorfer Weg in Geesthacht zu einem Unfall, als ein Seat nach links abbiegen wollte. Zwei Fahrzeuginsassen, darunter ein achtjähriges Kind, wurden zur Beobachtung ins Krankenhaus gebracht.

Foto: Christoph Leimig, / Christoph Leimig

Laut Polizei krachte es im Kreis 5019-mal. Das ist ein deutlicher Rückgang. Trotzdem stechen einige Bereiche negativ hervor.

Ratzeburg.  Weniger Verkehr – weniger Unfälle. Auf diese einfache Formel lässt sich das Zahlenwerk bringen, das die Polizeidirektion Ratzeburg jetzt zum Unfallgeschehen im Kreis Herzogtum Lauenburg 2020 vorgelegt hat. „Wir verzeichnen einen deutlichen Rückgang bei den Unfällen um 444 auf 5019. Diese auffallende Veränderung dürfte mit auf die Einschränkungen durch die Covid-19-Pandemie zurückzuführen zu sein“, sagt Polizeihauptkommissar Andreas Junge, Leiter des Sachgebiets Verkehr bei der Polizeidirektion. Die Zahl der Unfälle sank demnach um 8,1 Prozent.

Trotz dieses erfreulichen Trends ist die Zahl der Verkehrstoten gegenüber dem Vorjahr leicht von sieben auf neun Personen gestiegen. Es gab zwar fünf Unfälle weniger, bei denen Menschen zu Schaden kamen (die Zahl sank von 619 auf 614), aber die Verletzungen wurden schwerer. Während die Zahl der Leichtverletzten um 18 Personen von 649 auf 631 sank (ein minus von 2,8 Prozent), gab es eine deutliche Steigerung bei der Zahl der Schwerverletzten von 110 auf 135 (plus 22,7 Prozent).

Herzogtum Lauenburg: 2020 deutlich mehr Unfälle mit Radfahrern

Signifikant ist auch der Anstieg bei den Unfällen, an denen Fahrradfahrer beteiligt waren. Auch das dürfte eine Ursache in der Corona-Pandemie haben: Zahlreiche Menschen haben das Fahrrad als alternatives Fortbewegungsmittel zu Bussen und Bahnen genutzt, zudem wurde auch mehr Freizeit im Freien verbracht, erlebte das Radfahren einen wahren Boom. Die Zahl der Fahrradunfälle stieg von 189 im Jahr 2019 auf 212 im vergangenen Jahr. Das entspricht einem Plus von 23 Prozent.

215 Menschen wurden bei Unfällen mit Fahrradfahrern verletzt, 2019 waren es 190. Kommt es zu Zusammenstößen mit Kraftfahrzeugen, sind die Radler naturgemäß besonders gefährdet. Allerdings sind sind sie auch häufig die Unfallverursacher. Von den insgesamt 212 Unfällen, an denen Radfahrer im Vorjahr beteiligt waren, lag in mehr als jedem zweiten Fall die Schuld bei den Radlern: Die Polizeistatistik weist in 133 Fällen die Radfahrer als Verursacher aus.

Alkoholeinfluss rückläufig, bleibt aber wichtige Unfallursache

„Die Zahl der Unfälle aufgrund von Alkoholeinfluss ist im Vergleich zum Vorjahr insgesamt um sieben Fälle gesunken, allerdings ereigneten sich vier Unfälle mit Personenschaden mehr“, bilanziert Polizeihauptkommissar Andreas Junge. Es gab keine bei einem „Alkoholunfall“ getötete Personen.

Auch im nördlichsten Bundesland insgesamt hat es einen deutlichen Rückgang bei den Unfallzahlen gegeben: rund 80.000 wurden von der Polizei registriert. Das sind 13,5 Prozent weniger als 2019. Allerdings bleibt es landesweit dabei, dass überhöhte Geschwindigkeit die Hauptunfallursache ist. Mit 30 Prozent spielt dieser Grund in fast einem Drittel aller Unfälle ein Rolle.

Auf den Autobahnen im Land wurden 3548 Verkehrsunfälle registriert – das waren 22 Prozent weniger als im Vorjahr. 890 Menschen wurden bei diesen Unfällen verletzt – das ist der niedrigste Stand seit zehn Jahren. 2019 waren es noch 274 Verletzte mehr.