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Politiker einig: Famila in Lauenburg darf erweitern

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Elke Richel
Wie geht es mit Famila am Standort Lauenburg weiter? Fraktionen im Bau- und Planungsausschuss einigen sich auf gemeinsamen Beschluss, doch der schafft noch keine endgültige Klarheit.

Wie geht es mit Famila am Standort Lauenburg weiter? Fraktionen im Bau- und Planungsausschuss einigen sich auf gemeinsamen Beschluss, doch der schafft noch keine endgültige Klarheit.

Foto: Elke Richel

Politik will nun den Weg für die Ausweitung des Sortiments frei machen. Eine Hürde gilt es für Famila aber noch zu nehmen.

Lauenburg.  Wenn in den vergangenen Jahren das Thema Famila auf der Tagesordnung der politischen Gremien in Lauenburg stand, konnten sich die Besucher der Sitzung auf einen langen Abend einrichten. Zu unterschiedlich – teils auch wechselnd – waren die Positionen der einzelnen Fraktionen zu den Erweiterungsplänen für den Markt am nördlichen Stadtrand. Immer stand die Frage im Mittelpunkt: Was passiert mit der Lauenburger Innenstadt, wenn der Marktriese auf der grünen Wiese sein Sortiment um bestimmte Warengruppen erweitert?

Am Montag standen für die Sitzung des Bau- und Planungsausschusses drei Anträge auf der Tagesordnung: CDU und Lauenburger Wählergemeinschaft (LWG) hatten einen gemeinsamen formuliert, SPD und Grüne reichten jeweils einen eigenen, aber fast gleichlautenden Antrag ein. Doch während der Sitzung blieb die große Diskussion aus. Überraschenderweise hatten sich die vier Fraktionen in letzter Minute auf einen gemeinsamen Antrag zum Thema Famila geeinigt – und diesen schließlich einstimmig beschlossen.

Famila in Lauenburg: Politiker diskutierten lange über eine Erweiterung

Eigentlich hätte die Entscheidung über die Erweiterungspläne von Famila schon am 30. Juni fallen sollen. So sah es ein gemeinsamer Antrag von CDU, SPD und LWG vom Januar dieses Jahres vor. Dann sollte nämlich das Investorenauswahlverfahren für die Brachfläche an der Berliner Straße abgeschlossen sein. Doch die Jury befindet über den künftigen Investor und dessen Konzept erst Anfang November.

Während CDU und LWG diesen Termin zunächst abwarten wollten, schloss sich die SPD weitgehend der Forderung der Grünen an, nunmehr Famila die Sortimentserweiterung zu gestatten. Die war zwischenzeitlich sogar abgespeckt worden. Drogeriewaren und Mode stehen nicht mehr zur Debatte. Auf der Wunschliste befinden sich aktuell die Warengruppen Schuhe, Tierbedarf, Haushaltswaren und Geschenkartikel sowie ein Kleinpreiskaufhaus mit gemischtem Sortiment.

Erweiterungsbau neben dem Famila-Markt an der Mecklenburger Straße

Auf der Wiese neben dem bestehenden Markt an der Mecklenburger Straße soll ein Erweiterungsbau errichtet werden. Interessierte Mieter für diese Flächen gebe es bereits, versichert Famila.

Vor der politischen Einigung seien noch am Sitzungstag etliche Gespräche geführt worden, deutete Bauamtsleiter Reinhard Nieberg an. Ausschussvorsitzender Christian Stockfisch (CDU) hatte nach eigenen Angaben die Initiative dafür ergriffen. Weil ein einfacher Beschluss nicht ausreicht, um die Sortimentsbeschränkung vollständig oder teilweise aufzuheben, muss der entsprechende Bebauungsplan geändert werden. Der wichtigste Punkt des gemeinsamen Antrags: Das seit Jahren ruhende Änderungsverfahren zum Bebauungsplan wird wieder aufgenommen.

„Es muss ja langsam voran gehen. Ich bin sehr froh, dass wir jetzt alle an einem Strang ziehen“, freut sich Stockfisch. Das wird sich allerdings noch zeigen müssen, denn freie Bahn in Sachen Sortimentserweiterung hat Famila nach diesem Beschluss noch lange nicht.

Über Entwicklungen im Einzelhandel entscheidet die Landesplanung

Dass die Politik den B-Plan noch einmal anfassen will, ist die eine Sache. Die andere: Gravierende Entwicklungen im Einzelhandel der Kommunen werden in der Raumordnungsplanung des Landes festgelegt – und da geht es vorrangig um die Stärkung der Ortskerne.

Deshalb ein weiterer Punkt des gemeinsamen Beschlusses: Die Verwaltung solle zunächst die landesplanerische Stellungnahme zur Zulässigkeit der Sortimente Schuhe, Tiernahrung/Zoobedarf, Haushaltswaren/Geschenkartikel sowie Kleinpreis-Kaufhäuser einholen.

Konzept für Brachfläche in Lauenburgs Zentrum ist zu berücksichtigen

Außerdem haben die Fraktionen beschlossen: „Das Ergebnis des Investorenauswahlverfahrens für die Fläche Berliner Straße 22-26 ist im weiteren Änderungsverfahren des Bebauungsplanes 64 zu berücksichtigen.“ Fazit: Nur wenn die Landesplaner zustimmen und das Siegerkonzept für die Brachfläche im Stadtzentrum andere Ziele verfolgt, darf Famila die Pläne umsetzen.

Für die Grünen ist das Ziel trotzdem klar: „Die entsprechenden Beschränkungen im jetzigen Bebauungsplan sollen aufgehoben werden. Derzeit gibt es in Lauenburg keinen einzigen Schuhladen mehr. Wir sprechen uns daher seit Längerem dafür aus, die Erweiterung bei Famila zu ermöglichen, um die Einkaufssituation in Lauenburg zu verbessern“, sagt Fraktionschef Thorsten Pollfuß.

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