Forschungsprojekt

Wieder erlaubt: Mit autonomen Bussen durch Lauenburg

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Ab kommenden Dienstag ist auch der zweite automatisierte Bus in Lauenburg unterwegs. Fahrgäste dürfen dann wieder mitfahren.

Ab kommenden Dienstag ist auch der zweite automatisierte Bus in Lauenburg unterwegs. Fahrgäste dürfen dann wieder mitfahren.

Foto: Elke Richel

Wegen Corona war der Betrieb eingestellt. Ab Dienstag dürfen wieder Fahrgäste an Bord. Ein zweiter Shuttle wird eingesetzt.

Lauenburg. Darauf haben die Fahrzeugbegleiter der VHH seit Monaten gewartet: Ab kommenden Dienstag, 25. Mai, dürfen sie wieder Fahrgäste an Bord nehmen, wenn sie mit dem autonomen Shuttle durch die Stadt zuckeln. Wegen der steigenden Infektionszahlen in der Pandemie war der Fahrbetrieb am 16. Dezember eingestellt worden.

Auch das neue Fahrzeug musste Streckenführung „lernen“

Jetzt geht es also wieder los. Und nicht nur das, der blau-weiße Kleinbus hat Verstärkung bekommen. Coronabedingt ohne großen Bahnhof war im April ein baugleiches Fahrzeug in Lauenburg eingetroffen. Mittlerweile waren Mitarbeiter des französischen Herstellers NAVYA ebenfalls wieder vor Ort. Gemeinsam mit den Projektbetreuern der Technischen Universität Hamburg (TUHH) unternahmen sie die sogenannten Einmessfahren – denn auch dieser fahrerlose Bus musste die Streckenführung zwischen der lauenburger Ober- und Unterstadt erstmal „lernen“. Und damit niemand die beiden Fahrzeuge verwechselt, ist das neue statt in blau-weiß überwiegend in rot gehalten.

„Wir freuen uns über das neue rote Shuttle. So können Fahrgäste befördert werden, unabhängig von der Akkulaufzeit eines einzelnen Fahrzeuges“, sagt Landrat Dr. Christoph Mager: Außerdem würden sich dadurch mehr Forschungsmöglichkeiten rund um das automatisierte Fahren ergeben.

Die Fahrt mit den autonomen Bussen ist für Gäste kostenlos

Wie schon im vergangenen Sommer dürfte das Interesse von Touristen an den kostenlosen Fahrten wieder deutlich zunehmen. Aus diesem Grund kommt das zweite Fahrzeug gerade recht. Die Zahl der mitfahrenden Fahrgäste in den Shuttles ist zunächst jeweils auf drei Personen gleichzeitig reduziert. Wie auch sonst in den öffentlichen Verkehrsmitteln ist das Tragen von medizinischen Schutzmasken Pflicht. Die Fahrzeugbegleiter unterziehen sich mehrmals wöchentlich einem Corona-Schnelltest.

Natürlich sind die fahrerlosen Shuttles mehr als eine Touristenattraktion. Die Forschung zum autonomen Fahren in Lauenburg geht weiter. Im nächsten Schritt wird die interne Verwaltungspost probeweise von „Laura“ ausgeliefert. Das steht für „Lauenburgs Roboter Auslieferung“. Dazu fährt der kleine Roboter zeitweise in den autonomen Shuttles mit und „verständigt“ sich mit denen über digitale Signale. So geht es zwischen Schloss, Museum, Touristinformation und Bücherei hin und her.

Autonome Shuttles aus Lauenburg sind für Deutschen Ingenieurspreis nominiert

Das „Testzentrum für autonome Busse im Kreis Herzogtum Lauenburg“ (TaBuLa) ist bereits seit Januar 2018 aktiv. Als Projektpartner sind beteiligt die TUHH, der Kreis Herzogtum Lauenburg, die VHH und die Stadt Lauenburg. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur fördert das Projekt als „zukunftsfähiges, nachhaltiges Mobilitätssystem“ mit 3,7 Millionen Euro.

In diesem Jahr ist das Zusammenspiel der beiden Shuttles und des Transportroboters für den Deutschen Ingenieurspreis nominiert – und zwar in der Kategorie „Neue Mobilität“. Die Entscheidung fällt im September.

( er )

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