Zweites fahrerloses Shuttle für Lauenburg

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Elke Richel
Noch ist der neue autonom fahrende Bus schlicht weiß. In Lauenburg erhält er derzeit sein rotes Dekor.

Noch ist der neue autonom fahrende Bus schlicht weiß. In Lauenburg erhält er derzeit sein rotes Dekor.

Ohne großen Bahnhof ist in Lauenburg ein baugleiches Fahrzeug eingetroffen. Aber erst nach dem Lockdown dürfen Fahrgäste an Bord

Lauenburg. Von außen betrachtet ist es still um das fahrerlose Shuttle geworden, das in Lauenburg eigentlich schon zum Straßenbild gehörte. Der bundesweite Lockdown sorgt dafür, dass Fahrgäste den Kleinbus derzeit nicht nutzen dürfen. Doch hinter den Kulissen ist das Forschungsprojekt der Technischen Hochschule Hamburg (TUHH) keineswegs zum Erliegen gekommen. Im Gegenteil: Ohne großen Bahnhof ist in den vergangenen Tagen ein baugleiches Fahrzeug in Lauenburg eingetroffen. In Kürze werden Mitarbeiter des französische Herstellers NAVYA wieder vor Ort sein. Gemeinsam mit den Projektbetreuern der TUHH unternehmen sie die sogenannten Einmessfahren - denn auch dieser Bus muss „lernen“. Noch ist der "Neue" etwas blass, doch das wird sich bald ändern. Derzeit bekommt das Fahrzeug nämlich sein Dekor verpasst. Und damit die beiden Fahrzeuge niemand verwechselt, wird dieses statt in blau-weiß überwiegend in rot gehalten.

Bus wird gelegentlich auch "Laura" an Bord nehmen

Das „Testzentrum für autonome Busse im Kreis Herzogtum Lauenburg“ (TaBuLa) ist bereits seit Januar 2018 aktiv. Wenn es wieder möglich ist, dass Fahrgäste an Bord dürfen, werden die beiden Shuttles gelegentlich "Laura" an Bord nehmen. „Laura“ steht für „Lauenburgs Roboter Auslieferung“. Unter dem Namen „Tabula-Log“ erfolgte eine Weiterentwicklung des Forschungsprojektes. Das Ziel: Es werden nicht nur Personen, sondern auch Waren und Briefsendungen transportiert. Diese Experimente sind für die Forscher mehr als eine Spielerei. „Wenn man die Sache weiterdenkt, bietet sich eine solche Kombination vor allem in ländlichen Räumen an. Autonom fahrende Busse werden dort nicht immer ausgelastet sein, sodass es freie Kapazitäten gibt und der Transportroboter als ,Fahrgast’ an Bord gehen kann, etwa um Medikamente oder Einkäufe ins Haus zu bringen“, stellt Projektkoordinator Matthias Grote in Aussicht.

Ursprünglich sollte bereits im Juni dieses Jahres in Lauenburg Schluss sein für TaBuLa. Doch inzwischen ist entschieden, das Projekt bis Ende 2021 weiterzuführen. Aktuell steckt das Thema Transportroboter noch in den Kinderschuhen. Die TUHH-Forscher wollen noch einen zweiten entwickeln, mit größeren Abmaßen. Der Bund stellt für die Weiterführung des Projektes 1,6 Millionen Euro zur Verfügung.

TaBuLa ist ein Ankerprojekt beim Weltkongress

Im Mai dieses Jahres wird die Dreiecksbeziehung zwischen den beiden Shuttles und „Laura“ internationale Beachtung finden. Hamburg richtet den Weltkongress zu „Intelligent Transport Systems“ (ITS) aus und TaBuLa ist eines des Ankerprojekte. Schließlich wird auf dem Kongress der Entwicklungsstand intelligenter Transportsysteme diskutiert. Als Ankerprojekte wurden Beispiele ausgewählt, die eine maßgebliche Wirkung im Bereich intelligenter Transportsysteme mitbringen.

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