Ehrenamt

Jetzt doch Kostenerstattung für die Lauenburger Feuerwehr?

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Elke Richel
Lauenburgs Wehrführer Lars Heuer wirbt seit Jahren dafür, dass die Auslagen seiner freiwilligen Kameraden bei Einsätzen ausgeglichen werden. Bisher konnte sich die Politik darauf nicht einigen.

Lauenburgs Wehrführer Lars Heuer wirbt seit Jahren dafür, dass die Auslagen seiner freiwilligen Kameraden bei Einsätzen ausgeglichen werden. Bisher konnte sich die Politik darauf nicht einigen.

Foto: Elke Richel / BGZ / Elke Richel

Bisher müssen die Retter alle mit ihren Einsätzen verbundenen Kosten selbst zahlen. Das könnte sich bald ändern, Politiker tagen.

Lauenburg. 124 Mal rückte die Lauenburger Feuerwehr im vergangenen Jahr aus: Manchmal ging es nur darum, einem piependen Rauchmelder auf die Schliche zu kommen, oft aber ging es auch um Leben und Tod. 60 Menschen retteten die ehrenamtlichen Lauenburger Feuerwehrleute im vergangenen Jahr das Leben. Unvergessen auch der Großbrand am 15. Mai im Chemiewerk Worlée.

Bisher müssen die Retter alle mit ihren Einsätzen verbundenen Kosten aus eigener Tasche zahlen. Das betrifft unter anderem Fahrtkosten bei Einsätzen und zu Übungen oder private Kleidung, die während der Einsätze in Mitleidenschaft gezogen wird. „Wir wollen uns das ­Ehrenamt nicht bezahlen lassen, aber eine Entschädigung würde
die ­Kosten der Mitglieder ausgleichen“, wirbt Wehrführer Lars Heuer immer wieder für eine Entschädigungspauschale, die beispielsweise die Stadt Geesthacht schon seit 2013 ihren ehrenamtlichen Rettern zahlt.

Beschlussvorlage sieht vier Euro pro Einsatz für die Retter vor

Mehrmals stand im vergangenen Jahr ein entsprechender Antrag der SPD auf der Tagesordnung der politischen Gremien der Stadt. Demnach soll in Lauenburg die Entschädigungspauschale vier Euro pro Einsatz und Retter betragen. Bei bis zu 200 Einsätzen jährlich müssten rund 18.000 Euro im Haushalt eingeplant werden. Bisher konnte sich die Politik jedoch nicht einigen und einen Beschluss herbeiführen.

Im Juni 2020 hatte sich der Ausschuss für Rettungswesen noch einmal mit dem SPD-Antrag beschäftigt – und ihn mehrheitlich abgeschmettert. Jetzt stehen die Chancen für einen politischen Beschluss deutlich besser. Auf der Stadtvertretersitzung am kommenden Dienstag, 30. März, soll es erneut um die Entschädigungssatzung der Stadt gehen. Laut Beschlussvorlage der Verwaltung sind weiterhin vier Euro pro Einsatz vorgesehen.

Weiteres Thema ist die personelle Stärkung der Schulsozialarbeiter

Die geplanten Änderungen in der Entschädigungssatzung sehen aber nicht nur diese Position vor. Gleichzeitig geht es um zum Teil deutliche Erhöhungen der Aufwandsentschädigungen für die Stadtvertreter, Ausschussmitglieder und andere Personen, die politische Ämter in Lauenburg bekleiden. Eine getrennte Abstimmung über diese Kostenpositionen ist nicht vorgesehen.

Bei der Zusammensetzung der Fachausschüsse werden zudem die Karten parteienübergreifend neu gemischt, weil es seit der vergangenen Stadtvertretersitzung einige personelle Veränderungen innerhalb der Fraktionen gegeben hat. Außerdem geht es in der Sitzung des Weiteren um eine personelle Stärkung der Schulsozialarbeit in der Weingartenschule.

Sitzung beginnt um 19 Uhr in der Albinus-Gemeinschaftsschule

Zudem auf der Tagesordnung: Wie geht es weiter mit dem geplanten Medienzentrum im ehemaligen Hotel Stappenbeck? Wie berichtet ging Lauenburg bei den Zuwendungen aus dem Programm „Sanierung kommunaler Einrichtungen im Bereich Sport, Jugend und Kultur“ leer aus. Die Fraktionen müssen nun entscheiden, ob die Stadt das Mammutprojekt auch ohne Fördermittel stemmen kann.

Die Sitzung beginnt um 19 Uhr im Forum der Albinus-Gemeinschaftsschule unter den Vorgaben der Eindämmung der Corona-Pandemie.

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