Elim-Gemeinde

Mode-Spenden: In Lauenburg eröffnet der "Kleiderschrank"

Elsa Rupp (links) und Susanne Feldtmann arrangieren die Waren im „Kleiderschrank“ der Elim-Gemeinde.

Elsa Rupp (links) und Susanne Feldtmann arrangieren die Waren im „Kleiderschrank“ der Elim-Gemeinde.

Foto: Elke Richel / BGZ / Elke Richel

In Lauenburg gibt es seit Mittwoch ein Geschäft mit gespendeter Kleidung – auch für Personen ohne Bedürftigkeitsnachweis.

Lauenburg.  Die blaue Jeans, ein dazu passendes Top und für die Tochter einen roten Schneeanzug – die Kundin strahlt über das ganze Gesicht. Für die Kleidungsstücke legt sie drei Euro auf den Ladentisch. Man sieht der jungen Frau nicht an, ob sie sich in erster Linie über das Schnäppchen freut, das sie gemacht hat, oder darüber, sich überhaupt Kleidung kaufen zu können.

Wer im „Kleiderschrank“ der Elim-Gemeinde einkauft, muss nicht nachweisen, dass er bedürftig ist. In dem am Mittwoch eröffneten Bekleidungsgeschäft an der Reeperbahn 35 in Lauenburg ist jeder willkommen.

"Kleiderschrank" der Elim-Gemeinde nicht nur für Bedürftige geöffnet

„Es gibt in Lauenburg viele Menschen, die liegen gerade mit ein paar Euro über der Bemessungsgrenze für staatliche Zahlungen. Sie müssen den Euro dreimal umdrehen, ehe sie ihn ausgeben“, weiß Denise Akram, eine der Organisatorinnen des Projektes.

Diese Erfahrung hat sie bereits am Standort der Elim-Gemeinde an der Alten Wache gemacht. Auch dort seien Kunden froh gewesen, keinen Nachweis ihrer Bedürftigkeit vorlegen zu müssen. „Das hat etwas mit Würde zu tun“, ist Denise Akram überzeugt.

Elim-Gemeinde eröffnet neues Bekleidungsgeschäft

Den Standort im Stadtzentrum hat die Elim-Gemeinde aufgeben müssen. Im ehemaligen Gasthaus Stappenbeck und dem dazugehörigen Festsaal soll das neue Medienzentrum mit Bücherei und Stadtarchiv entstehen.

Auch wenn die Gemeinde selbst noch auf der Suche nach neuen Räumlichkeiten ist, hatte eine Alternative für das Geschäft Vorrang. Viele Stammkunden aus dem Geschäft an der Alten Wache stöberten gestern in dem einladend präsentierten Angebot.

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Susanne Feldtmann ist eine von acht Gemeindemitgliedern, die in ihrer Freizeit Blusen und Pullover arrangieren und Kunden zu beraten. „Es gibt derzeit viele Probleme in der Welt, die ich nicht lösen kann. Aber hier kann ich vor Ort ganz konkret helfen“, sagt sie.

Einige Kleidungsstücke kommen direkt aus der Reinigung

Alle Kleidungsstücke sind gespendet und Denise Akram freut sich über den guten Zustand der Waren. „Einige Kleidungstücke kamen direkt aus der Reinigung. Andere wurden sogar gebügelt. Das zeugt von der Wertschätzung gegenüber unseren Kunden“, sagt sie.

Der „Kleiderschrank“ ist mittwochs und sonnabends, jeweils zwischen 10 und 13 Uhr, geöffnet. Während dieser Zeit werden auch Kleiderspenden angenommen.